Wirksam und vorausschauend regieren

Was bietet der Koalitionsvertrag aus Sicht des Projektmanagements?

Am 14.12. ist klar, ob die große Koalition kommt. Dann wird das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids veröffentlicht. Dann ist auch klar, ob der 185-Seiten-starke Koalitionsvertrag in Kraft tritt.
Ich habe mir den Vertrag schon mal angesehen. Unter dem Aspekt:
Wo bietet der Koalitionsvertrag Anknüpfungspunkte für das Thema Projektmanagement?
Hier eine Auswahl:

1.    Ressortübergreifende Strategie für die Wirksamkeit des Regierungshandelns

Die Wirksamkeit des Regierungshandelns ist zu erhöhen. Das ist ein wichtiges Anliegen der vermutlich künftigen Regierungskoalition. Auf den Seiten 150-151 ist dazu eine „ressortübergreifende Strategie“ vereinbart:

Ressortübergreifende Ziele und Vorhaben sollen an „koordinierenden Stellen gebündelt“ werden. Kompetenzen und Kapazitäten der strategischen Planung sollen gestärkt werden. Ein Chancen- und Risikomanagement soll ein wirksames Controlling ermöglichen. Politische Vorhaben sollen stärker „aus Sicht und mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger“ entwickelt werden. In der Verwaltung sollen die dafür notwendigen Kompetenzen wissenschaftlich fundiert verbessert werden.

Der Bezug zu Projekt- und Programmmanagement ist hier sehr deutlich: Ein Portfolio- Programm- und Projektmanagement Office kann einen wichtigen Beitrag zur Bündelung von Zielen und Vorhaben leisten. Methoden des Multistakeholdermanagements bringen alle wesentlichen Akteure von politischen Vorhaben an einen Tisch. Qualifizierungs- und Zertifizierungsprogramme auf der Basis von internationalen Projektmanagement Kompetenzstandards können wichtiges Know-how in die Verwaltung bringen.

2.    Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

Unter der Überschrift „Bürokratieabbau und Rechtsetzung“  auf Seite 25 will die künftige Bundesregierung  die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Unnötige Bürokratie soll abgebaut werden. Gesetze sollen „einfach, verständlich und zielgenau ausgestaltet werden“.

Hier drängt sich die Frage auf: Welchen Beitrag kann eine PM-freundliche Ausgestaltung von Gesetzen und Normen dazu leisten?

Die künftige Bundesregierung will 3% des Bruttoinlandsprodukts in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investieren (Seite 13).  Dadurch sollen Modernität und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gesichert werden. Entscheidend ist, diese PS, diese 3% Investition, auch sicher auf die Straße zu bringen. Damit der Erfolg dieser Investitionen sichergestellt ist.

Ein strategisches Projekt- und Programm Management kann den Erfolg von Investitionen  in Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit signifikant erhöhen.

3.   Die Energiewende – ein deutsches Erfolgsprogramm

Die Energiewende „gut umsetzen“ wird auf Seite 61 als ein wichtiges Ziel beschrieben. Dazu soll ein ständiger Dialog mit allen relevanten Stakeholdern geführt werden. Um die Naturverträglichkeit sicherzustellen, sollen die notwendigen Verfahren und Strukturen geschaffen werden.

Die Energiewende kann zum Prestigeprojekt Deutschlands werden. Damit das gelingt, lohnt es,  die Frage zu diskutieren: Welche Governance-Strukturen für Projekte und Programme können Termine und Ziele des Regierungsprogramms „Energiewende“ erfolgreich umsetzen?

Nach dem 14.12 ist vor der Umsetzung

Ich warte gespannt auf das Votum der SPD am 14.12. Danach wird es darum gehen, sich aktiv in die anstehenden Umsetzungsprozesse des Regierungsprogramms einzubringen.

 

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