Wie ein kleiner Junge im Süßigkeiten-Laden!

Das PM Forum 2011 hatte einen ganz besonderen Gast, den Präsidenten der Asociación Project Management de Guatemala. Der Besuch des PM Forums in Nürnberg war für Bernhard Haidacher nicht nur eine Reise in das Land seiner Vorfahren, sondern vor allem auch eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und mehr über das Projektmanagement sowie die Community in Deutschland zu erfahren.

Die Asociación Project Management de Guatemala APMGT wurde erst Anfang 2011 gegründet und im März 2011 sogleich in die IPMA International Project Management Association aufgenommen. Guatemala liegt in Zentralamerika und hat ca. 14 Millionen Einwohner. Die Wirtschaft des Landes wächst seit zehn Jahren mit Wachstumsraten zwischen drei und sechs Prozent. Hauptwirtschaftszweige sind neben der Herstellung von Wirtschaftsgütern und Landwirtschaftsprodukten (u.a. Kaffee) auch IT-Services sowie der Handel. So hat sich der Export in den letzten zehn Jahren verdreifacht (www.investinguatemala.org).

Projekte finden in sehr unterschiedlichen Bereichen statt, so z.B. Entsorgung und Recycling, Erneuerbare Energien (z.B. Wind, Solar, Wasser), Transport (z.B. Eisenbahn Atlantik-Pazifik, U-Bahn, Hafeninfrastruktur) und Informatik/Telekommunikation (z.B. Software-Herstellung und Testing). Überall hier sieht Bernhard Haidacher gute Chancen für deutsche Unternehmen aufgrund ihrer technischen Kompetenz wie auch der Expertise in Projektmanagement.

Das ist auch ein Hauptanliegen der APMGT: „Mit der Gründung wollen wir mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und den Projekten erreichen, wir bilden die Projektmanager unseres Landes nach IPMA-Standards aus und qualifizieren sie dann auch nach dem 4-Ebenen-Modell. Hier ist allerdings noch viel Aufklärung zu betreiben, da die politischen Systeme nicht so ausgereift und stabil sind wie in Deutschland.“

In einem Vortrag auf dem PM Forum zeichnete Bernhard Haidacher auch ein spannendes Bild der kulturellen Unterschiede, so ist die Zeit eher unwichtig, es wird im eigenen Rhythmus gearbeitet, nach dem Motto „Es que fíjese“ gibt es häufig Ausreden und Entschuldigungen, warum etwas nicht gemacht wurde und „Si Dios quiere“ bedeutet, dass Gott es schon richten wird – und deshalb auch nicht immer alle Gesetze und Regeln eingehalten werden.

Auf dem PM Forum in Nürnberg fühlte sich Bernhard Haidacher deshalb auch wie ein kleiner Junge im Süßigkeiten-Laden: viele interessante Vorträge, viel Know-how, Kontakte und auch Interesse an einer Vernetzung über den Atlantik. „Es hat sich unbedingt gelohnt, die weite Reise nach Nürnberg auf sich zu nehmen und ich freue mich auch auf einen weiteren Austausch mit der GPM und den interessierten Unternehmen. Wir werden die Kontakte weiter vorantreiben. Das ist auch eine unserer Erwartungen gewesen, als wir im Frühjahr der IPMA beigetreten sind. Mehr als 50 Ländergesellschaften bedeuten doch unendlich viele Möglichkeiten und Lernchancen. Ich würde mir allerdings auch wünschen, dass die IPMA noch mehr für die regionale und überregionale Vernetzung tut.“

Nino Grau, Vice President der IPMA und Professor für Projektmanagement an der Technischen Hochschule Mittelhessen, unterstützt diese Aussage: „Die IPMA ist in den letzten Jahren unheimlich gewachsen, inzwischen gehören 55 Ländergesellschaften, verteilt über den gesamten Globus zur IPMA. Wir müssen uns auf die Integration der neuen Gesellschaften konzentrieren und so zeigen, dass die Mitgliedschaft einen konkreten Mehrwert hat. Das haben wir in vielen Regionen schon geschafft, Zentralamerika steht da momentan ganz oben auf unserer Agenda. Wir erwarten im Gegenzug aber auch konkrete Aktivitäten der neuen Mitglieder. Sie sollen das Projektmanagement im Land voranbringen und so die IPMA vor Ort repräsentieren. Dafür stehen z.B. unsere Standards für Qualifizierung und Zertifizierung zur Verfügung, oder Konzepte für die Project Excellence Awards und Fachveranstaltungen.“

Bernhard Haidacher fliegt nun mit vielen Eindrücken nach Hause und wird das Netz zwischen der GPM und der APMGT weiter knüpfen.

v.l.n.r. Reinhard Wagner, Bernhard Haidacher, Prof. Dr. Nino Grau (Foto: Daniel Haag)

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Kommentare

  1. avatar Estuardo Calderón Scheel

    Es war bestimmt eine große Möglichkeit Best Practices aus Deutschland mitzunehmen! Ich bin mir sicher die APMGT wird in Guatemala eine andere Art von Projekt Management einführen, denn knappe Ressourcen und Schwierigkeiten zwischen Präsidentialwahlen verlangen bessere Projektmanagers.

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