Turn-Around – wenn Projekte Kopf stehen - ein neues und empfehlenswertes Projektmanagement-Buch

Bravo! Ein Buch mit 400 Seiten zu schreiben, ist eine Leistung. Dies mit über 40 Co-Autoren in einem interaktiven Prozess mit Workshops und Online-Plattform zu tun ist eine Meisterleistung. Das Buch „Turn-Around – wenn Projekte Kopf stehen und klassisches Projektmanagement versagt“ von Roger Dannenhauer, Torsten J. Koerting und Michael Merkwitza ist diese Meisterleistung gelungen. Herausgekommen ist ein attraktives Buch zu besonderen Situation in Projekten, das für Turn-Around-Projekte genauso geeignet ist wie für Projekte in ruhigeren Fahrwasser. Ein Bravo gebührt auch dem Verlag, denn das Buch ist in seiner gesamten Aufmachung unkonventionell, stilistisch ansprechend, übersichtlich, gut zu lesen und bietet mit mehreren Online-Plattformen weiteren Austausch und Angebote. Auf der Website zum Buch können Sie sich hiervon überzeugen, ohne das Buch gleich zu kaufen: Das erste Kapitel steht dort zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Nun zum Inhalt: Ich bin ja persönlich kein Freund von „Krisen“-Rhetorik im Projektmanagement. Das Buch „Turn-Around“ kokettiert nicht mit den kleinen und großen Krisen in Projekten, sondern bietet ganz pragmatische Wege zur erfolgreichen Bewältigung des Turn-Arounds an. Das Buch betont die Rolle der Geisteshaltung; nur durch innere Klarheit, unbeeindruckt von Ideologie, Manipulation und Illusion könne der Turn-Around gelingen, so die Autoren. Der Projektmanager müsse das Projektgeschehen von Beginn an wachsam wahrnehmen und so handeln, dass die Wirkung und Folgewirkung konstruktiv sei. Übungen und Haltungs-Checklisten erleichtern dem Projektmanager die Anwendung des Buchinhaltes. Die Geisteshaltung steht dann auch in einer “Project Square” genannten Methodik an erster Stelle. Das “Project Square” soll noch vor Beginn eines Projektes ausgefüllt werden und geht deutlich über das hinaus, was im klassischen Projektmanagement mit Projektauftrag oder Project Charter beschrieben wird. Neben der Geisteshaltung und dem eigentlichen Projektauftrag findet man im „Project Square“ auch noch die Bausteine „Menschen“, „Schlüsselressourcen“, „Zielgruppen“, „Nutzen“ und „Schäden“. Schlüsselfragen und Beispiele je Baustein runden die Beschreibung von „Project Square“ ab. Auf www.stattys.com kann man ein entsprechendes Toolkit herunterladen.

Im Folgenden werden die fünf Phasen des Turn-Arounds, nämlich „Erkennen“, „Analyse“, „Stabilisierung“, „Transformation“, „Nachhaltigkeit“ beschrieben. Als Basis für die Beschreibung dient eine durchgängige Geschichte, die es dem Leser einfach macht, den Gedanken der Autoren zu folgen. Einzige Kritik von meiner Seite: Die Autoren verwenden den Begriff „Transformation“ und grenzen sich deutlich gegenüber dem „Change Management“ ab, allerdings wird das Verhältnis bzw. die Wechselwirkungen zwischen beiden Konzepten nicht deutlich. Da hätte man leicht eine Brücke bauen können.

Ansonsten bleibt mein Fazit: uneingeschränkt empfehlenswert!


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