Soll der Gesetzgeber helfen oder gilt das „Help-yourself“?

Frauenanteil im Management, Herausforderung Projektarbeit

Am 08. März ist der jährliche Weltfrauentag – viele Medien haben dies zum Anlass genommen, über die aktuelle Situation der Frauen in Deutschland zu berichten.

Das DIW-Managerinnen-Barometer zeigt folgendes Zahlenbild: „Im Vorstand der deutschen Top-200-Unternehmen waren Frauen auch 2011 wieder mit nur drei Prozent vertreten. Bei den im Fokus der Öffentlichkeit stehenden DAX-30-Unternehmen nahm der Frauenanteil 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Punkte auf 3,7 Prozent zu.“ Eine „männliche Monokultur“ attestiert die Expertin Elke Holst des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) diesem Kreis.

Auch bei den mittelgroßen und kleineren börsennotierten Unternehmen sieht es ähnlich aus: „Im Jahr 2011 waren nur 2,3 Prozent der Vorstandsmitglieder der MDAX-Unternehmen Frauen, bei den SDAX-Vorständen waren es 4,8 Prozent Frauen.“(Quelle: „Managerinnen-Barometer 2011: Zähes Ringen um mehr Frauen in den Spitzengremien großer Unternehmen und Banken„)

Grundsätzliche Bereitschaftserklärungen sind nicht genug – die Forderung nach Gesetzen mit festen Vorgaben zur Frauenförderung wird seit Jahren immer wieder laut. Im Dezember 2011 hat sich eine Allianz aus Abgeordneten aller sechs im Bundestag vertretenen Parteien und von Vertreterinnen sechs großer Frauenverbände gebildet, die in der „Berliner Erklärung“ die tatsächliche Durchsetzung der im Grundgesetz garantierten Gleichberechtigung unterstützt.

Die Initiatorinnen fordern die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen an den Entscheidungsprozessen in den Führungs- und Kontrollgremien der Wirtschaft. Eine verbindliche und sanktionsbewehrte Mindestquote von zunächst mindestens 30 Prozent für die Aufsichtsräte der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen soll dazu der erste Schritt sein.

Zu den Initiatorinnen gehört auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Sybille Laurischk. Diese hatte sich im letzten Jahr anlässlich des Parlamentarischen Abends der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement von den Vertreterinnen der SIG PM-Expertinnen die Situation der Frauen im Projektmanagement erläutern lassen.

Auch im Projektmanagement sind Frauen in der Minderheit und werden schlechter bezahlt. Hinzu kommen besondere Belastungen durch Reisetätigkeiten, unregelmäßige Arbeitszeiten u.a.m. Die Frauen – wie auch die Männer – die im Projektmanagement tätig sind, schätzen die immer wieder neuen Herausforderungen und zeigen eine hohe Selbstwirksamkeit.

An welchen Stellen sollte der Gesetzgeber durch entsprechende Vorgaben die Projektarbeit besser unterstützen? Was sind Ihre Vorschläge?

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Kommentare

  1. avatar Per Gesetz ist der falsche Weg

    Wenn ich Unternehmer bin, lasse ich mir nicht vorschreiben, wer mein Unternehmen führt. Naiv, wer anderes denkt. Ich werde – auch bei gesetzlich vorgeschriebener Quote – einen Weg finden, mein Unternehmen von den Personen führen zu lassen, die ich für die Richtigen halte. Mit einer Quote wäre den Frauen also nicht gedient.

    Als Unternehmer richte ich mich nach Profit aus. Ich werde also genau dann Frauen in Führungspositionen setzen, wenn ich glaube, dass sie genauso gut oder gar besser sind als ein männlicher Kandidat.
    Ich sehe einige Wege, wie ich zu dieser Meinung kommen kann:
    1. Ich lese überzeugende Berichte, Studien o.ä. dazu.
    2. Ich sehe, dass es in anderen Unternehmen funktioniert.
    3. Ich versuche es selbst und es funktioniert.
    Wenn genügend Unternehmen mit weiblichem Topmanagement an den anderen vorbeiziehen, wird eine Frauenquote schnell überflüssig sein.

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