Salamitaktik in Projekten

Der Volksmund nutzt den Begriff „Salamitaktik“ oft im Zusammenhang von Verschleierungen („jemand gibt Informationen nur Stück für Stück preis, um etwas zu verbergen“), Verzögerungen („jemand streckt das Ende eines Vorhabens, indem er es in lauter kleine Stücke aufteilt“) oder um (politische) Ziele durch kleinere Forderungen und entsprechende Zugeständnisse von der Gegenseite zu erreichen.

Meiner Ansicht nach kann die Salamitaktik in Projekten aber auch sehr hilfreich sein. So können große Projekte in Teilprojekte oder viele Arbeitspakete aufgeteilt werden, um besser planen, schätzen und steuern zu können. Schätzungen, wie lange ein Arbeitspaket dauert, können auf Basis eines eher kleinen Arbeitspaktes leichter getroffen werden. Ein Projekt mit einer langen Dauer sollte in überschaubare Phasen oder Abschnitte unterteilt werden. Der Meilenstein markiert das Ende der Phase und bestimmt, ob das Projekt weitergehen kann oder nicht. Auch für die Motivation eines Projektteams ist es gut, kürzere Phasen im Projekt vorzusehen. Das Ende ist immer in Sicht, man kann Zwischenerfolge feiern und Schwung für die nächste Phase nehmen. Je länger eine Projektphase ist, umso größer ist die Gefahr, dass das Projektteam an Energie verliert und sich anderen, motivierenderen Aufgaben zuwendet.

Foto: BirgitH/pixelio.de

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Natürlich kann die Salamitaktik auch Nachteile für das Projekt mit sich bringen. Durch das Aufteilen des Projektes in Teilprojekte und Arbeitspakete kann der Überblick über das „große Ganze“ und die Wechselwirkungen der einzelnen Teile verloren gehen. Ähnlich verhält es sich mit der Aufteilung in Phasen und Abschnitte. Überdies kann der Koordinationsaufwand im Projekt steigen, da am Ende alles wieder integriert werden muss. Ob die Salamitaktik also sinnvoll ist, hängt von der Ausgangssituation des Projektes (u.a. wie komplex ist das Projekt, wie lange dauert es, wie viele unterschiedliche Funktionen sind beteiligt), dem Projektteam (u.a. wie ist die generelle Motivation und die Erfahrung im Team, wie lange kann sich das Team auf ein Projekt konzentrieren bzw. wie viele Projekte hat ein Team parallel zu bearbeiten) und der Kompetenz des Projektleiters ab.

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