Projekte machen Zukunft – auch im Unterricht!

von Sarah-Janina Khayati, GPM Bildungsreferentin

Der gesamtgesellschaftliche Wandel hat auch die Anforderungen an die Schulen von heute grundlegend verändert. In einer immer komplexeren Welt gilt es, neue Lehr- und Lernformen zu finden, die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem, verantwortungsvollem und gemeinschaftlichem Handeln bei der Gestaltung ihrer Zukunft befähigen. Lernen in Projekten fördert nachhaltig kooperatives, selbstwirksames und eigenorganisiertes Arbeiten.

logopmschule285Ein großer Schritt in Richtung Projektunterricht wurde nun in Finnland getan. Marjo Kyllonen, Vorsitzende des Bildungsministeriums in Helsinki, hat dort eine flächendeckende Schulreform verkündet. Fächerübergreifende Lernmethoden sollen zukünftig deutlich ausgeweitet und Themen im so genannten Phänomen-Unterricht (Phenomenon Based Learning) verstärkt in Projekten bearbeitet werden. Schulen werden so zu Lerngemeinschaften, in denen selbstorganisiertes und selbstwirksames Lernen ermöglicht wird. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Unterrichts schafft die optimalen Voraussetzungen für ganzheitliches Lernen. Das neue Unterrichtsmodell soll zunächst in den Oberstufen eingeführt werden. Die Projektunterrichts-Phasen verlängern sich aber in allen Schulen. Zwei Drittel der Lehrer wurden hierzu bereits geschult.

In deutschen Lehrplänen findet sich Projektunterricht bisher vornehmlich in Berufsschulen. Es gibt nur wenige allgemeinbildende Schulen mit starker Projektausrichtung. In Ihrer Keynote auf dem Bildungsgipfel EduAction in diesem Jahr unterstrich Margret Rasfeld, Gründerin der Initiative Schule im Aufbruch, deutlich wie notwendig solche neuen Haltungen, Einstellungen und Arbeitskulturen im Schulunterricht sind, um junge Menschen zu gestaltenden und wirksamen Akteuren im Gemeinwesen auszubilden. Während ihrer Leitung der Evangelischen Schule Berlin Zentrum hat sie über fest integrierten Projektunterricht, kollektive Lernbüros und vielfältig aktivierende Lehr- und Lernmethoden erfolgreich diese Freiräume geschaffen. Projektorientierter Unterricht stellt für sie ein Kernelement der erforderlichen Transformation von Bildung und Bildungsarbeit in Deutschland dar. Noch ist diese ganzheitliche Ausrichtung aber kein Standard in der hiesigen Schullandschaft.

Mit ihrem Engagement im Bildungsbereich setzt sich die GPM aktiv für die strukturelle Verankerung von Projektlernen im deutschen Bildungssystem ein. In enger Zusammenarbeit mit Politik, (Hoch)Schulen, Bildungsinstitutionen- und organisationen möchte sie das Potenzial von Projektmanagement in Lehre und Lernen aufzeigen, sowie spezifisches Know-How hierzu (weiter-)entwickeln, zur Verfügung stellen und etablieren.

Mit „Projektmanagement macht Schule“ hat die gleichnamige GPM Fachgruppe ein auf Schulen zugeschnittenes Fortbildungs- und Medienangebot geschaffen, das Lehrer an allgemein- und berufsbildenden Schulen im Bereich pädagogischer Projektarbeit qualifiziert. Durchgeführt werden diese Lehrgänge von erfahrenen und zertifizierten Trainern, die eine pädagogische Zusatzausbildung absolviert haben und Lehrende so optimal auf den eigenen Projektunterricht und die Anwendung entsprechender Arbeitssystematiken vorbereiten können.

Mehr zum Engagement unserer Fachgruppe „Projektmanagement macht Schule“ erfahren Sie in einem weiteren Blogbeitrag anfang nächster Woche.


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