Professionelle Projektkommunikation - wo Klappern zum Handwerk gehört

Dass Kommunikation auch im Projektgeschäft ein Erfolgsfaktor ist, hat die GPM schon in vielen Studien herausgearbeitet (siehe z. B. „Erfolg und Scheitern im PM“ (2008)). Aber auch aktuelle Fälle wie Stuttgart 21, der Großflughafen in Berlin oder die Elbphilharmonie zeigen drastisch auf, dass fehlende Projektkommunikation die Probleme noch vergrößert. In der Literatur war aber bislang recht wenig zum Thema zu finden. Hier schließt nun das Buch „Professionelle Projektkommunikation: Mit sechs Fallbeispielen aus unterschiedlichen Branchen“ von Katja Nagel eine große Lücke.

Aufbauend auf ihrer Karriere in der Unternehmenskommunikation großer Konzerne überträgt sie das dort gesammelte Know-how auf die Welt der Projekte. Katja Nagel zeigt dabei auf, was Projektmanager in den Phasen der Projektdefinition und -initialisierung, der Projektplanung und -konzeption, der Projektdurchführung und -überwachung bzw. zum Projektabschluss tun sollten. Professor Ralf Reichwald von der TU München bringt es in seinem Vorwort auf den Punkt:

„Kommunikation ist auch Führung – und Führung ist der größte Teil der Arbeit im Projektmanagement. Insofern ist Projektkommunikation ein zentraler Erfolgsfaktor im Projektmanagement.“

Zahlreiche Fallbeispiele untermauern diese Aussagen und zeigen praxisnah auf, wie Kommunikation in unterschiedlichen Situationen von Projekten anzuwenden ist.

Unter Kommunikation versteht die Autorin das Managen aller Erscheinungsformen (verbal, paraverbal und nonverbal) des öffentlichen Monologs und Dialogs von Menschen und Organisationen mit Menschen und Organisationen. Bezugspunkt für die Kommunikation sind die Unternehmensziele. Die Adressaten der Kommunikation sind im engeren und weiteren Umfeld des Projekts, Katja Nagel unterscheidet dabei zwischen dem Mikro-, Makro- und Metakosmos. Entsprechend vielfältig sind auch die Kommunikationskanäle und -formate, die im Buch aufgeführt werden. Besonders spannend sind zehn Sondersituationen im Projekt und ihre kommunikative Bewältigung. Darunter fallen z. B. die gravierende Verfehlung der Projektziele oder anhaltender und unerwarteter Widerstand von allen Seiten. Die zu Anfang aufgeführten Beispiele sollten sich mal an den Empfehlungen im Buch von Katja Nagel orientieren …


Mein Fazit:

Das Buch von Katja Nagel schließt eine Lücke in der Projektmanagement-Literatur und ist dringend jedem Projektmanager ans Herz zu legen. Es sollte darüber hinaus auch verstärkt in der Lehre bzw. bei der Qualifizierung von Projektmanagern herangezogen werden.


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