„Pädagogisches Projektmanagement“ – das gibt’s wirklich?

Projektmanagement hat das Potenzial, schulische Lernprozesse auf sehr nachhaltige Weise mit der Realität der Arbeitswelt zu verbinden und gleichzeitig den Erwerb von Personal- und Sozialkompetenz im Unterricht zu fördern. Konventionelle Unterrichtsformen zielen eher auf Wissenszuwachs. In Projekten werden kognitive Ebene und Handlungsebene systematisch miteinander verknüpft. Es entsteht anwendungsorientiertes, prozessuales und emotionales Wissen, verbunden mit der Entwicklung „metakognitiver“ Fähigkeiten – eine wichtige Voraussetzung für selbstständiges und selbstgesteuertes Lernen. Das so erworbene Wissen kann deutlich besser behalten und situativ aktiviert werden.

Als Klaus Dyrda in seinem 2002 erschienenen Buch „Pädagogisches Projektmanagement (PPM). Schulentwicklung erfolgreich organisieren“ diesen Begriff einführte, meinte er damit etwas anderes. Dyrda war mit seiner Unternehmensberatung Dyrda & Partner bis 2008 sechs Jahre lang in das Modellvorhaben „Selbstständige Schule NRW“ eingebunden, das vom nordrhein-westfälischen Schulministerium gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung und 19 ausgewählten Regionen durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt der „Selbstständigen Schule“ stand die Verbesserung der Unterrichtsqualität durch größere Gestaltungsfreiräume in den Bereichen Teamentwicklung, Unterrichtsentwicklung, schulinternes Management, Personalentwicklung, Ressourcenmanagement und Unterrichtsorganisation. Es ist naheliegend, zur Bewältigung dieser Herausforderungen PM zu nutzen. Dafür hat Dyrda das Buch geschrieben.

Das „Kerngeschäft“ von Lehrerinnen und Lehrern ist jedoch der Unterricht und nicht das Management von Ressourcen oder die Entwicklung „regionaler Schul- und Bildungslandschaften“ (ein zentrales Ziel des Modellprojekts). Wer Schule nachhaltig weiterentwickeln will, muss dort anfangen, wo die Musik spielt: im Unterricht. Genau darum geht es der Fachgruppe „Projektmanagement macht Schule“ (kurz: pm-schule). Sie bildet die Brücke zwischen professionellem PM in Wirtschaftsunternehmen und der Nutzung von PM im Unterricht. Positiver Nebeneffekt: Lehrer/innen, die PM im Unterricht anwenden, beteiligen sich auch aktiver an der Schulentwicklung mit PM.

Hier setzt auch das neue GPM-Fortbildungsangebot für Schulen an. In mehrtägigen Workshops werden interessierte Lehrerteams in die Lage versetzt, Projekte im Unterricht zu initiieren und ihre Schüler/innen bei der Planung und Umsetzung professionell zu begleiten.

Ein solches Angebot war bisher vor allem auf die Region Bremen/Niedersachsen beschränkt, weil es zu wenige dafür ausgebildete Trainer/innen gab. Das von der GPM im letzten Jahr gestartete Konzept wird diese Situation rasch und nachhaltig ändern. Am 8./9. und 28./29. März 2014 findet die 2. Runde der Pilottrainerausbildung für interessierte GPM-Mitglieder in Frankfurt statt.

Interesse? Dann melden Sie sich bei Frau Silvia Lühring, die Sie gerne mit weiteren Informationen – inhaltlich wie organisatorisch – versorgt. Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2014.

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