Neue Norm für Multiprojektmanagement verfügbar

Die Zahl der Projekte steigt. In vielen Bereichen sind Dutzende Projekte bei knappen Ressourcen abzuwickeln. Die Standards für das Management einzelner Projekte (wie z.B. die DIN 69901) geben hierauf nur begrenzte Antworten. Deshalb hat jetzt das DIN Deutsches Institut für Normung in Zusammenarbeit mit der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement zwei Normentwürfe zum Multiprojektmanagement veröffentlicht.

Im ersten Teil der neuen DIN 69909 Multiprojektmanagement Management von Projektportfolios, Programmen und Projekten Teil 1 Grundlagen (vgl. http://www.entwuerfe.din.de/cmd?level=tpl-art-detailansicht&committeeid=54739099&subcommitteeid=54743629&artid=144580343&bcrumblevel=2&languageid=de) werden die Grundlagen dargestellt. Insbesondere werden Projekte, Programme und Projektportfolios definiert. Multiprojektmanagement ist ein organisatorischer und prozessualer Rahmen für das Management mehrerer einzelner Projekte, es kann in Form von Programmen oder Projektportfolios organisiert werden. Dazu gehört insbesondere die Koordinierung mehrerer Projekte bezüglich ihrer Abhängigkeiten und gemeinsamer Ressourcen.

Projekte und Programme sind zeitlich befristetet und dienen der Erreichung vorgegebener oder selbst gesteckter Ziele, wohingegen das Projektportfoliomanagement eine permanente Aufgabe ist und die gesamte Projektelandschaft auf die übergeordneten Ziele der Organisation ausrichtet. Dies ist eine strategische Aufgabenstellung, die oft durch das Top-Management einer Organisation wahrgenommen wird.

Der in Kürze als Normentwurf erscheinende zweite Teil der DIN 69909 stellt in einem Prozessmodell das Zusammenwirken von Projektportfolio-, Programm- und Projektmanagement dar. Ähnlich wie beim Prozessmodell der DIN 69901-2 werden alle Prozesse mit ihrem Zweck und dem Vorgehen mit dem dazugehörigen Input und Output beschrieben. Unternehmen können dieses Prozessmodell eins zu eins übernehmen oder entsprechend ihrer Bedürfnisse anpassen.

In den nächsten Jahren sind weitere Teile der DIN 69909 geplant, so z.B. Teil 3 „Methoden“, Teil 4 „Organisation des Multiprojektmanagements“ und Teil 5 „Multiprojektsteuerung“ (siehe auch http://www.gpm-ipma.de/know_how/aktuelles/detail/article/normentwuerfe-zu-multiprojektmanagement.html).

Literatur: DIN-Normen im Projektmanagement, Sonderdruck, GPM 2009
http://www.gpm-ipma.de/know_how/publikationen/gpm_buecher.html

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Kommentare

  1. avatar Wolfgang T. Kehl

    Guten Tag, Herr Roeschlein,

    danke für Ihren Bericht. Dabei kommt eine Frage auf: Wird sich diese Regelung positiv auf die Floprate der Projekte auswirken? Und wenn ja, wie.

    Aus meiner Sicht finden die Positionen von Projektmanagement und Kunde (auch interner Kunde) kaum Beachtung. Das Projektmanagement ist vorwiegend technologieorientiert. Beim Kunden wird die Betriebsbildheit und die Ziellosigkeit übersehen – der Kunde weiß nicht, was er will – . Professor Gröger gibt in seiner Studie darum dem Kunden die Schuld an den Flops. Das hilft wenig, denn der Kunde kann seine Defizite kaum in Griff bekommen und besonders hat er keine Chance die Wirkung moderner Technologien zu verstehen.

    Die Lösung sollte darin bestehen, das die Technologie-Anbieter auf den Kunden zugehen und sich in seine Lage versetzen (Alterozentriertheit). Wie unsere praktischen Erfahrungen zeigen, ist das möglich.

    Beste Grüße
    Wolfgang T. Kehl
    kontakt@goaling.de
    http://www.goalingtoolbox.de

  2. Vielfach scheitern ja Projekte, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, zu schnell soll zu viel erreicht werden, dabei sind die Ressourcen knapp. Multiprojektmanagement soll dazu beitragen, dass die Rahmenbedingungen besser auf die Anforderungen der Projekte (und ihrer Kunden) abgestimmt werden, dann klappt es auch mit dem Projekterfolg….

  3. Lieber Herr Röschlein!

    Es wäre ganz wichtig, dass darüber in unserer Zeitschrift Projektmanagement aktuell berichtet wird. Könnten Sie das machen. Falls Sie in Nürnberg auf dem Forum sind, würde ich Sie dort gerne deshalb kurz sprechen.

    Mit freundlichen Grüßen

    H. Schelle

  4. avatar Ralf Roeschlein

    Lieber Herr Prof. Schelle,

    ich werde auf dem PM Forum sein, da wir auch Aussteller sind. Ich denke wir werden uns schon treffen, ansonsten finden Sie mich auf Stand 203.
    Ich freue mich auf unser Gespräch und wünsche Ihnen eine gute und sichere Anreise.

    Gruß

    Ralf Roeschlein

  5. avatar Ralf Roeschlein

    Guten Tag Herr Kehl,

    ich stimme Ihnen völlig zu. Eine Norm an sich wird sicherlich nicht die „Floprate der Projekte“ verbessern können. Viel mehr geht es darum, den Organisationen die etwas in diesem Bereich verbessern möchten einen Weg aufzuzeigen.
    Wenn eine Organisation speziell darauf aus ist ihre „Floprate der Projekte“ zu verbessern, dann würde ich mich einmal mit IPMA-Delta beschäftigen. Die Firma swisscom in der Schweiz geht diesen Weg sehr konsequent (http://moneycab.com/mcc/?p=21600). Vielleicht hilft Ihnen dieser Ansatz weiter.

    Gruß

    Ralf Roeschlein

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