Neues aus dem „Labor“: Nachlese zum 3. Treffen der Fachgruppe „Systemisches Projektmanagement und Changemanagement“ im November 2015

von Simone Gehr, Leiterin Fachgruppe „Syst. PM und Changemanagement“

Aus allen Teilen Deutschlands kamen die Mitglieder und Interessenten am 20. November 2015 zum 3. Fachgruppentreffen in Stuttgart zusammen. Ging es beim letzten Mal noch um Fragestellungen rund ums Changemanagement, hat sich das Leitungsteam diesmal Grundlagenarbeit zum systemischen Ansatz der Fachgruppe auf die Fahnen geschrieben. Mit verschiedenen Beiträgen und Workshop-Methoden machten sich die Teilnehmer daran, ein gemeinsames Verständnis darüber zu entwickeln, was für sie „systemische Projektmanagement“ bedeutet und welche Kriterien des systemischen Ansatzes für die Fachgruppe besonders relevant sind. Und wie in den vergangenen Veranstaltungen wirkte auch diesmal ein unsichtbarer Forschergeist: Wissen vermehren durch Wissen teilen, Vielfalt schätzen und nutzen, experimentieren, neue Perspektiven einnehmen.

Die Arbeitsgruppe „Bilderstürmer“ zeigte am Vormittag ihr spielerisches Repertoire mit einer erzählten Geschichte aus dem Alltag eines PM-Beraters. Anhand von Hindernissen, die der Held zu überwinden hatte zeigten sie Lösungswege, wie wir sie oft beschreiten (z. B. Weg des geringsten Widerstands) und Wege im Sinne eines systemischen Ansatzes. Engelchen und Teufelchen flüsterten dem PM-Berater ein, was er als nächstes tun sollte. Wunderbar getextet und unterhaltsam von erzählt lauschte die Gruppe gebannt. Hinterher diskutierten die Teilnehmer darüber, wie die Geschichte weitergehen könnte und wie die Darstellung der Unterschiede klassischen Projektmanagements zu „systemischem PM“ gelungen war.

Einen anderen Weg verfolgt die Arbeitsgruppe „Systemisches PM nutzbar machen“. Sie stellte vor, wie es gelingen kann, systemische Ansätze in konkreten praktischen Interventionen und Methoden handhabbar zu machen. Um den Zielgruppen im Projektmanagement wie z. B. einem Projektleiter Orientierung zu bieten, werden die Interventionen und Methoden nach Projektphasen gegliedert. Die ersten Ergebnisse präsentiert die Gruppe auch im IPMA Expert Seminar am 18./19.02.2016 in Zürich.

Am Nachmittag machten sich die Teilnehmer daran, in Groß- und Kleingruppen ein gemeinsames Verständnis von Kriterien aus dem systemischen Ansatz zu erarbeiten und zu diskutieren. Zunächst klärte die Gruppe die Bedeutung der Kriterien wie z. B. „Selbstorganisation“ (soziale Systeme entwickeln mit der Zeit ein „Eigenleben“). Anschließend wählten die Fachgruppenmitglieder die Kriterien aus, die aus ihrer Sicht am relevantesten für ein systemisches Projektmanagement sind. Für diese suchten die Teilnehmer nach praktischen Beispielen aus dem Alltag von Projektleitern, dem PMO und dem Management von Organisationen. Damit werden die Kriterien erklär- und handhabbar. Selbstorganisation kann zum Beispiel bedeuten, dass im Projekt provisorisch ein Dokument irgendwo abgelegt wird, weil die offizielle Ablage noch nicht freigeschalten ist. Die nächsten erstellten Dokumente werden ebenfalls im Provisorium gespeichert, weil ja schon andere Dokumente dort liegen und man dann alles dort finden kann. Im Laufe der Zeit wird das Provisorium zum Standard.

Um die Vorteile des systemischen Ansatzes im Projektmanagement für die genannten Zielgruppen sichtbar zu machen, entwarfen zum Schluss des Workshops drei Teilgruppen jeweils ein Werbeplakat, in dem sie die praktischen Beispiele der vorhergehenden Arbeit einfließen lassen konnten. Nach anfänglichem Rätseln und Diskutieren kamen die Teilnehmer richtig in Fahrt. Am Ende sprühte die Kreativenergie und die Gruppe hatte drei völlig unterschiedliche, ideenreiche Präsentationen auf die Vorteile systemischen Projektmanagements erzeugt.

Die Fachgruppe bedankt sich sehr herzlich bei der P3 Group Stuttgart und Nadja Herth für die kostenlose Bereitstellung der Räumlichkeiten und der Bewirtung. Das nächste Fachgruppentreffen wird im März/April 2016 stattfinden. Voranmeldung für Interessenten unter systpm@gpm-ipma.de.

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