Management und Governance von öffentlichen Projekten vor dem Hintergrund der politischen Herausforderungen

Beate Lohman, BMI

Beate Lohman, BMI

Unter dieser Überschrift fand in der Zeit vom 19. bis 20. Mai 2016 ein Akademiegespräch der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Bundesministerien  und Behördenleitungen, die – als Auftraggeber, Projektsponsor oder Mitglied im Lenkungsausschuss – Verantwortung für den Erfolg von komplexen Projekten gegenüber der Ressortleitung haben, in der Management Akademie Weimar statt. Kompetente Partnerin dieser Veranstaltung war die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.

Vortragende und Teilnehmer der Diskussionsrunden waren Führungskräfte der Bundesverwaltung aus unterschiedlichen Ressorts, die das Thema Großprojekte aus einer Entscheider- und politischen Sicht beleuchteten.

  • Dr. Alexander Eisvogel, Präsident der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung im Bundesministerium des Innern
  • Beate Lohmann, Leiterin der Abteilung Verwaltungsmodernisierung, Verwaltungsorganisation im Bundesministerium des Innern
  • Dr. Gerhard Schulz, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten, Forschung, Infrastrukturplanung, Maut im Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur BMVI (zuständig für die Reformkommission Großprojekte)
  • Dr. Lutz Wenzel, Leiter der Unterabteilung Zentrale Aufgaben, Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung im Bundesministerium der Verteidigung BMVg
  • Ulrich Völkoi, Bereichsleiter Zentrales Projektmanagement, Bundesagentur für Arbeit
  • Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungsamts BVA
  • Christian Ahrend, Vizepräsident des Bundesrechnungshofs BRH
  • Dr. Susanne Cassel, Leiterin des Referats Koordinierung, Bundesländer, Information und Dialog im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
  • Hubert Blahnik, stv. Leiter d. Abt. Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung im BMVg sowie
  • Volker Düring, Leiter d. Unterabteilung Zentrale Verwaltung im Bundesministeriums für Gesundheit BMG.
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V.l.n.r.: Prof. Dr. Helmut Klausing, Dr. Eisvogel, Norman Heydenreich, Prof. Silke Schönert, Hubert Blahnik, Volker Düring

Vortragende und Teilnehmer der Diskussionsrunden seitens der GPM waren:  Präsident Prof Klausing, Norman Heydenreich und Ina Gamp (Hauptstadtrepräsentanz) sowie  Landrat  Tjark Bartels und Prof.  Silke Schönert  (Leitung Fachgruppe PM in der öffentlichen Verwaltung) seitens des Ehrenamts.

v. l. n. r.: Prof. Dr. Helmut Klausing (Präsident GPM), Ina Gamp (Politische Referentin), Norman Heydenreich (Repräsentant GPM)

v. l. n. r.: Prof. Dr. Helmut Klausing (Präsident GPM), Ina Gamp (Politische Referentin), Norman Heydenreich (Repräsentant GPM)

Die Bundesakademie hatte „sich mit diesem Akademiegespräch zum Ziel gesetzt, jenseits politischer und pressemäßiger Aufgeregtheit das komplexe und interdisziplinäre Thema sachlich und möglichst umfassend zu beleuchten und Lösungsmöglichkeiten miteinander zu diskutieren“, so der Präsident der Bundesakademie, Dr. Alexander Eisvogel, in seiner Eröffnungsrede.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen in Projekten gehe es „gerade auch um die Frage, welche Rolle Führungskräfte der Bundesverwaltung in Projekten haben und wie sie dieser Rolle gerecht werden können. Denn, dass der Erfolg großer öffentlicher Projekte nicht allein von den Fachleuten und Projektmanagern sichergestellt werden kann, sondern auch und vor allem von den Auftrag- und Geldgebern auf der Ebene der Entscheider – das ist eine zentrale Erkenntnis der letzten Jahre. Eine wesentliche Erkenntnis ist auch, dass der Erfolg einer Bundesregierung – gemessen an den Versprechen ihres Regierungsprogramms an die Bürger – nicht unwesentlich von ihrer Fähigkeit abhängt, diese Versprechen in konkreten Projekten auch umzusetzen“. … Wir „haben uns dafür entschieden, diesem Thema von strategischer Bedeutung im Rahmen der Angebote der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung einen noch höheren Stellenwert einzuräumen. Vor diesem Hintergrund hat unsere Veranstaltung auch Pilotcharakter und ich erwarte, dass von unseren Diskussionen in den nächsten beiden Tagen zielführende Weichenstellungen für die Behandlung dieses Themas ausgehen.“

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In der abschließenden Podiumsdiskussion brachte der GPM-Präsident, Prof. Dr. Helmut Klausing, den Ansatz der GPM auf den Punkt: „Der Erfolg eines öffentlichen Projekts lässt sich nicht alleine an Zahlen festmachen, sondern vor allem an der Zufriedenheit der wesentlichen Stakeholder – und das sind bei öffentlichen Projekten immer auch die Bürger und die maßgeblichen gesellschaftlichen Interessengruppen. Die Prinzipien, Prozessmodelle und Methoden des Projektmanagements müssen immer in den sozialen, regionalen und situativen Kontext gestellt werden. Dieser Zusammenhang berührt auch das Selbstverständnis der GPM: Wir sind einerseits ein Teil der International  Project Management Association (IPMA) und somit Teil eines internationalen Kompetenznetzwerks.  Andererseits sind wir ein  gemeinnütziger Verein, der hierzulande Forschung, Ausbildung  und Anwendung von Projektmanagement fördert mit dem Ziel, Deutschland zu einem Land der erfolgreichen Projekte zu machen. Wir engagieren uns dazu auch im Rahmen des Deutschen Instituts für Normung DIN und der ISO dafür, dass deutsche Interessen bei der Weiterentwicklung der internationalen Projektmanagement-Standards berücksichtigt werden.

k001-P1010641Denn wer die Standards setzt, ist in einer globalisierten Welt im Vorteil.  Angesichts der großen Herausforderungen von Staat und Verwaltung ist das Nutzenpotenzial von Projektmanagement sehr hoch.  Dieses Nutzenpotenzial  auszuloten und über die unterschiedlichen Erfahrungen der Ressorts auszutauschen, darin sehe ich den besonderen Wert dieser Veranstaltung. Ich freue mich, dass wir als GPM dazu ergänzende Beiträge aus dem Erfahrungshintergrund eines branchenübergreifenden Verbandes leisten können.“

Weitere Informationen:

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