Immer noch zu wenig Wertschätzung gegenüber Projektmanagern

Die Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal 2011 bringt es wieder einmal auf den Punkt: Projektmanagerinnen und Projektmanager klagen über schlechte Karriereperspektiven, wenig Weiterbildungschancen, und auch beim Gehalt ist in den letzten Jahren eher gespart worden. Dabei hat das Projektmanagement in den letzten Jahren doch massiv an Bedeutung gewonnen und in vielen Bereichen wird schon annähernd 40 Prozent der Wertschöpfung in Form von Projekten erbracht, Tendenz steigend (http://www.hays.de/mediastore/pressebereich/Studien/pdf/HAYS-Studie_Projektwirtschaft_2010.pdf?nid=edc5b9cd-1b0a-48eb-9b6c-a951d7953289).

Bei einem latenten Fachkräftemangel riskieren die Unternehmen, wichtige Pfeiler ihres Erfolges an die Konkurrenz zu verlieren. Hier gilt es meiner Ansicht nach rasch gegenzusteuern.

Dass das Gehalt bei einem anspruchsvollen Job mit einer hohen Arbeitsbelastung stimmen muss, ist da vielleicht noch die leichteste Übung. Auch das Weiterbildungsangebot muss an die Anforderungen angepasst werden. Hier gilt es gezielt auf den Bedarf zu reagieren und nicht nur Standardangebote, wie Grundlagenkurse oder Präsenztrainingseinheiten, sondern darüber hinaus auch maßgeschneidertes Training und Coaching anzubieten. Bei der Karriere wird es schon komplizierter. Hier reicht es nicht, die vertikale Fach- und Führungslaufbahn auf das Projektmanagement zu übertragen. Projektmanager sind an interessanten Aufgaben und Verantwortungsübernahme interessiert – das zeigt die Karriere- und Gehaltsstudie deutlich auf. Deshalb muss eine Projektkarriere auch eher hybriden Charakter haben, einerseits mehr inhaltliche Breite und Verantwortung, andererseits aber auch Chancen für einen Aufstieg in der Hierarchie bieten. Hier sind die Personalabteilungen gefragt, intelligente Karrieremodelle zu entwickeln, sonst müssen sie noch mehr Geld für das Recruiting von Projektpersonal ausgeben …

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Kommentare

  1. Der Tätigkeit als Projektleiter / Projektmanaqer haftet in der Tat eine gewisse Undankbarkeit an 😉 Es wäre daher wünschenswert wenn es passende Karrierechancen gäbe. Ich sehe allerdings ein gewisses prinzipielles Konfliktpotental, das aus dem Spannungsfeld Projekt vs. Linienorganisation resultiert. Entweder hat der erfahrene PM Karriere gemacht und eine wichtige Position in der Linienorganisation erreicht oder er steht als aktiver PM auf der „andereren“ Seite. Vielleicht ist das ein Widerspruch, der sich in klassischen Linienorganisationen kaum auflösen lässt.

    1. Sicherlich schafft die Überlagerung der Linienorganisation durch Projekte das Problem, eine traditionelle Karriere zu schaffen. Deshalb plädiere ich ja auch für „hybride“ Karrieremodelle, die nicht nur vertikal (d.h. in der Hierarchie) neue Betätigungsfelder eröffnen, sondern auch horizontal (d.h. in der Erweiterung der eigenen Aufgaben). Das bedeutet natürlich eine größere Durchlässigkeit der Karrieremodelle und etwas Kreativität auf Personalerseite…

  2. avatar Michael Diensberg

    Ein Projekt zu leiten ist doch auch ein wenig wie eine Firma zu fuehren. Die Rahmenbedingungen in einer Organisation sind letztendlich der Markt auf dem man sich bewaehren muss. Welcher Unternehmer bekommt schin mal Lob fuer seine Arbeit? Als Projektleiter braucht es ein dickes Fall und Stehvermoegen. Lob ist am Ende dann schon wenn kein Tadel kommt.
    Der ausgebildete PM hat seinen Werkzeugkasten kennen gelernt und muss ihn in der Praxis anwenden. PM zusammen mit Fachwissen der Branche/dem Produkt hilft dabei den Erfolg zu steigern und die Wertschaetzung fuer PM zu erhoehen.

    1. Dass Projektleiter ein dickes Fell brauchen kann ich voll unterschreiben, allerdings sind diese in der Regel angestellt, dienen also einem Unternehmer… Da es ja heute einige Wahlmöglichkeiten gibt, welchem Herrn man dient, sehe ich einfach ein Attraktivitätsproblem. Projektleiter könnten zu Nomaden werden – sie ziehen dort hin, wo interessante Aufgaben bei attraktiven Rahmenbedingungen geboten werden. Das sollte also ein Unternehmen beachten, wenn es Projektleiter beschäftigt… Fluktuation kann nämlich sehr teuer sein!

  3. […] wenn es nicht gut läuft. Im GPM-Blog wurde dieses Themea vor kurzemn ebenfalls aufgegriffen: Immer noch zu wenig Wertschätzung gegenüber Projektmanagern – hier sagt der Titel schon fast alles. Auch bei Stefan Hagen gab es schon Artikel dazu: […]

  4. […] Dem Thema wird natürlich auch im Blog der GPM ein Beitrag gewidmet: Immer noch zu wenig Wertschätzung gegenüber Projektmanagern. […]

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