ICB 4.0 auf IPMA World Congress verabschiedet

Am 30. September 2015 wurde auf dem IPMA Weltkongress in Panama von den Delegierten der mittlerweile 60 nationalen Mitgliedsverbänden der IPMA (International Project Management Association) die neue ICB4 Individual Competence Baseline for Project Programme and Portfolio Management einstimmig verabschiedet. Die IPMA ist der internationale Dachverband unserer GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.

Die IPMA ICB ist der internationale Standard zu den individuellen Kompetenzen für das Projekt-, Programm und Portfoliomanagement. 10 Jahre nach Erscheinen der ICB3, die erstmals nicht nur die klassischen PM-technischen Kompetenzen, sondern auch die Verhaltens- und Kontextkompetenzen beinhaltete, machten die sich in der Zwischenzeit stark veränderten Anforderungen der internationalen Organisationen eine Überarbeitung der Projektmanagement-Kompetenzen erforderlich. Dies macht sich u.a. auch schon in der neuen Namensgebung bemerkbar. Während ICB3 noch für IPMA Competence Baseline stand, steht die Abkürzung ICB4 nun für Individual Competence Baseline.

Ein internationales Team aus 12 erfahrenen Projekt-, Programm- und Portfoliomanagern unter der Leitung von Martin Sedlmayer von unserem Schweizer Schwesterverband spm hat in zwei Jahren die neue ICB4 erarbeitet. Mit Dr. David Thyssen war auch ein deutscher Autor in dem Team vertreten.

Doch was ist anders an der ICB4 im Vergleich zu dem Vorgänger-Kompetenz-Standard? Die wesentlichste Veränderung ist, dass die ICB4 nicht nur das Projektmanagement, sondern auch das Programm- und Portfoliomanagement beinhaltet. 29 neue Kompetenzelemente wurden zu drei folgenden Kompetenzfeldern zusammengefasst:

People. Die People-Kompetenzelemente definieren die persönlichen und zwischenmenschlichen Kompetenzen, die erforderlich sind, um erfolgreich Projekte, Programme und Portfolios zu managen

Practice. Die Practice-Kompetenzelemente legen die technischen Aspekte des Projekt-, Programm- und Portfoliomanagements dar

Perspective. Die Perspective-Kompetenzelemente definieren die Kontextkompetenzen, die erforderlich sind, um als Projektmanager innerhalb und außerhalb des Projektumfelds erfolgreich zu sein.

Die deutsche Fassung der ICB4 wird über die GPM Anfang 2016 verfügbar sein. Im Zuge dessen werden in der GPM verschiedene Projekte gestartet, um sämtliche Materialen – von Nachschlagewerken bis zu speziellen Trainingsmaterialen und natürlich auch den Zertifizierungsanforderungen ‒ an den neuen Standard anzupassen. Die Markteinführung der Neuerungen in Qualifizierung und Zertifizierung muss gemäß den Vorgaben der IPMA in allen Ländern bis Anfang 2018 erfolgen. In der GPM sieht der Zeitplan vor, bereits im 3. Quartal 2017 nach dem neuen Standard zu arbeiten.

In den kommenden Wochen werden wir in unserer Zeitschrift PMaktuell und im Newsletter in weiteren Artikeln über die ICB4 informieren.

Die neue ICB4 kann unter dem folgenden Link im Originaltext kostenlos heruntergeladen werden:

http://products.ipma.ch/

Ab Januar 2016 stehen unter dem genannten Link ebenso die beiden weiteren internationalen Projektmanagement Standards der IPMA, die Project Excellence Baseline (PEB) und die Organisational Competence Baseline (OCB) zur Verfügung.

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