GPM Forschungswerkstatt 2012 "Theorie(n) der Projektarbeit" - Projektmanagement-Experten tagten in Berlin

GPM Forschungswerkstatt Theorien der Projektarbeit Foto 1

GPM Forschungswerkstatt Theorien der Projektarbeit Foto 1 (Foto: GPM)

Die zweitätige Forschungswerkstatt der GPM vom 27.-28. November 2012 in Berlin war nochmals dem Thema “Theorie(n) der Projektarbeit” gewidmet.

Zur Erinnerung: An der Forschungswerkstatt 2011 konnte ein Forschungsprogramm zu diesem spannenden Thema initiiert werden. Ein Jahr danach hatten die fünf Arbeitsgruppen Gelegenheit, ihre bisherige Forschungsarbeit und die Ergebnisse vorzustellen, die dann diskutiert und vertieft wurden. Dabei setzte die Forschungswerkstatt wiederum auf eine starke Interaktion in gemischten Gruppen. Projektmanagement-Experten aus der Wirtschaft saßen gemeinsam mit Wissenschaftlern, Verbandsvertretern und Trainingsanbietern an einem Tisch. Unterschiedliche Blickwinkel, Disziplinen, Herkünfte, Tätigkeitsschwerpunkte und Erfahrungen eröffneten neue Perspektiven und Einsichten. Auf diese Weise haben die Arbeitsgruppen wichtige Impulse für die Weiterarbeit erhalten. Am zweiten Tag standen neue Impulse im Mittelpunkt.

Nach dieser 6. GPM Forschungswerkstatt können wir von der Fachgruppe “Neue Perspektiven in der Projektarbeit” nicht ohne Stolz behaupten, ein weltweit einzigartiges Veranstaltungsformat etabliert zu haben, in welchem ein intensiver Austausch zwischen Vertretern aus PM-Theorie und PM-Praxis auf eine für alle Teilnehmer bereichernde Art ermöglicht wird. Die über 50 Teilnehmer waren sich einig: Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit gehaltvollen (Zwischen-) Ergebnissen.

Einer der Teilnehmer würdigte am Abend des ersten Tages den Mut der Arbeitsgruppen, mit noch nicht fertigen Ideen und Konzepten vor ein breiteres Publikum zu treten und ihre Zwischenergebnisse zur Diskussion zu stellen. Dies treffe man selten an, denn an den meisten Veranstaltungen würden die Referenten Lösungen, Konzepte oder Methoden als “fertig” und ohne Schwachstellen oder Nachteile darstellen. Einen guten Überblick über die wichtigsten inhaltlichen Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppen gibt der kurz vor der Forschungswerkstatt erschienene Artikel. Ich gehe daher im Folgenden nur noch auf eine Auswahl zusätzlicher Erkenntnisse aus der Forschungswerkstatt ein und gebe einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten des Forschungsprogramms.

In der Arbeitsgruppe, welche sich mit der Klärung der Relevanz von Theorien für die Projektarbeit beschäftigt hatte, wurden zwei ganz unterschiedliche Strömungen verfolgt. Die Kerngruppe stellte ein Modell mit drei Ebenen vor, auf denen Theorien relevant sind: Projekt, Unternehmen und Gesellschaft. Eine Subgruppe befasste sich mit der Gegenüberstellung der ingenieurwissenschaftlichen und der sozialwissenschaftlichen Sicht auf das Projektmanagement und brachte Fragen zu direkter/indirekter Steuerung, formaler/informaler Strukturierung und Selbstorganisation auf.

Die Arbeitsgruppen “Ordnungsrahmen” und “Kompetenz” sind aufgrund der Teilnehmerfeedbacks näher zusammengerückt, denn es wurde klar, dass die Themen stärkere Abhängigkeiten aufweisen als ursprünglich angenommen. Die Anwendung eines wie auch immer gestalteten Strukturierungsinstruments, welches Ordnung in Projektproblemstellungen und mögliche theoriebasierte Lösungsansätze bringt, setzt eine entsprechende Kompetenz voraus. Diese Kompetenz wiederum benötigt aus heutiger Sicht ein Hilfsmittel, das den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis im Sinne eines Mappings bzw. einer Orientierung unterstützt. Von der Idee, dieses Strukturierungsinstrument als Tool umzusetzen, ist die Arbeitsgruppe wieder abgekommen, da ein Tool die Gefahr birgt, dass damit ein “Schubladendenken” gefördert wird; dies wäre katastrophal, gibt es doch zu einer Problemstellung i. d. R. verschiedene Lösungsansätze mit unterschiedlichen Wirkungen.

Das Forschungsprogramm geht ins zweite Jahr mit folgenden Anpassungen: Die Arbeitsgruppe “Projektmanagement als Wettbewerbsfaktor” stellt ihre Aktivitäten ein. Ein aus dieser Arbeitsgruppe entstandenes Buchprojekt über Champions im Projektmanagement sowie ein volkswirtschaftliches Panel werden im Rahmen bestehender GPM Strukturen weiterbearbeitet. Eine neue Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema Ungewissheit befassen.

Mit der Forschungswerkstatt 2013 werden wir das Thema abschließen, den Teilnehmerkreis auf internationale IPMA-Vertreter von außerhalb des deutschsprachigen Raumes ausdehnen und letzte Inputs für eine wegweisende Publikation mit den Ergebnissen des Forschungsprogrammes einholen.

GPM Forschungswerkstatt Theorien der Projektarbeit Foto 2 (Foto: GPM)

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