Diversity wird ausgezeichnet - Ein Beispiel aus der Projektmanagement-Branche

Gemischte Teams sind erfolgreicher, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dabei geht es darum, unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Geschmäcker, andersartige Ideen, zusammenzubringen, um in Summe einen ganzheitlichen Blick auf die Kunden wahrzunehmen. Dies erfolgt, indem Teams multikulturell zusammengesetzt werden und die Unterschiedlichkeit bewusst für das gemeinsame Ziel genutzt wird.

Doch die Führungsetagen in Deutschland sind immer noch sehr homogen besetzt. Frauen sind im Management wie im Projektmanagement immer noch in der Minderheit. Sie sind in den höheren Ebenen im Projektmanagement seltener vertreten, wie etwa im Programm-Management, dafür sind sie in Assistenzfunktionen in der Mehrheit. Um dies zu ändern, wird derzeit wieder die Frauenquote in der Politik diskutiert.

Die Deutsche Telekom hat die Quote freiwillig ins Spiel gebracht – nachdem sie ausgerechnet hatte, dass sie 240 Jahre benötigen würde, um „auf konventionellem Weg“ auf einen Frauenanteil von 30 Prozent unter den Führungskräften zu kommen. Die Quote ist aber nur eine von einer Reihe von Maßnahmen, die der Konzern eingeleitet hat, um beim Thema Diversity weiter zu kommen.

Schon viel weiter ist hier das Softwarehaus Projektron, das jetzt für seine Personalarbeit im Bereich Diversity ausgezeichnet worden ist (zur Pressemeldung „Projektron mit BestPersAward für vorbildliche Personalarbeit ausgezeichnet“). Bei dem Hersteller einer webbasierten Projektmanagement-Software für effiziente Projektarbeit sind 55 Prozent der Führungskräfte weiblich – dies, obwohl der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft bei 42 Prozent liegt. Auch die Anzahl der Männer und Frauen in Elternzeit ausgeglichen. Die Männer haben Chancengleichheit „umgekehrt“, also auch ihre Chance in der Familienarbeit ergriffen.

Ein wortwörtlich ausgezeichnetes Beispiel aus der Projektmanagement-Branche, das zeigt, wie Diversity in Unternehmen erfolgreich gelebt werden kann.

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Kommentare

  1. […] GPM Blog schreibt Dr. Dorothee Feldmüller: “Gemischte Teams sind erfolgreicher, das hat sich mittlerweile herumgesprochen.” Das […]

  2. Hallo Frau Feldmüller,

    zuerst einmal Danke, dass Sie das Thema aufgreifen. Ich denke auch, dass in Diversität eine große Chance liegt. Ihre Eingangs-Aussage erscheint mir sehr plausibel, auch wenn ich trotz gründlicher Suche bisher noch keine Belege dafür gefunden habe. Das Thema lohnt sicher eine eingehende Betrachtung,

    viele Grüße Eberhard Huber

    Ergänzend zu meiner Suche nach Belegen:
    http://www.pentaeder.de/projekte/2011/12/18/mit-frauen-im-team-erfolgreicher/

    1. avatar Dorothee Feldmüller

      Vielen Dank, Herr Huber, für Ihre Anmerkung. In der Tat ist das Thema und seine Sichtweisen darauf sehr komplex.
      Die allgemeine Aussage der Diversity-Experten ist, dass gemischt zusammengesetzte Teams zu kreativeren, tragfähigeren Lösungen kommen. Der unterschiedliche Hintergrund der Mitarbeiter erweitert das Verhaltensrepertoire der Organisation. Voraussetzung dafür ist, dass jedes Teammitglied eigene Denk- und Lösungsansätze sowie sein persönliches Know-how beitragen darf und kann – Diversity muss „gemanaget“ werden.
      Allerdings wird auch immer wieder darauf hingewiesen, dass eine gewisse Einheitlichkeit und gemeinsame Werte für die Zusammenarbeit wichtig sind – „Die Kunst besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen dem Grad an Heterogenität der Belegschaft und der organisationalen Einheit zu finden“ (Sepehri, P, Wagner, D.: Diversity und Managing Diversity, in Peters, S., Bensel, N.: Frauen und Männer im Management, 2. Auflage, Wiesbaden 2002).
      Sie schildern in dem Beitrag, zu dem Sie verlinken, dass Sie Ihre eigenen Untersuchungen um kulturelle Faktoren erweitern wollen – das erscheint mir vor diesem Hintergrund genau der richtige Ansatz.

  3. Die Anzahl von Frauen und Männern in Elternzeit ist aber keine gute Referenzgröße zur Chancengleichheit. Meistens gehen die Männer nur 2 Monate in Elternzeit, die Frauen dagegen sehr viel länger. Dass so etwas in Pressemitteilungen geschönt wird, ist ja verständlich, aber von einem unabhängigen Blog-Beitrag hätte ich mehr erwartet.

    1. avatar Dorothee Feldmüller

      Danke für die Anmerkung, da ist ja etwas dran. Allerdings gibt es nach meinem Informationsstand mehr, mit dem das ausgezeichnete Unternehmen aufwarten kann – und die Arbeit der Jury des BestPersAward wollen wir ja sicher nicht in Frage stellen – oder?

    2. avatar Claudia Kedor, Projektron GmbH

      Hallo NT1044, Sie haben vollkommen recht, nur die Anzahl von Frauen und Männern in Elternzeit zu nennen, lässt viel Raum für Vermutungen. Deshalb hier unsere genauen Zahlen:

      Bei Projektron sind alle Frauen und Männer, die ein Kind bekommen haben, in die Elternzeit gegangen. Die Dauer der Elternzeit, die genommen wurde, beträgt im Schnitt 13 Monate bei den 5 Kolleginnen und 8 Monate bei den 4 Kollegen. Alle Mitarbeiter, die Ihre Elternzeit bereits beendet haben, sind wieder ins Unternehmen zurückgekehrt.

      Bei den Teilzeit arbeitenden Mitarbeitern von 42% ist der Anteil von Männern und Frauen ausgeglichen.

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