Deutscher Project Excellence Award 2015: Finalisten stehen fest

Beispiele für herausragendes Projektmanagement

Vier Projekte sind dieses Jahr Finalisten des Deutschen Project Excellence Awards. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, dennoch haben sie eines gemeinsam: Sie alle mussten die Grenzen überschreiten, dessen was üblich oder sogar möglich war. Sie demonstrieren dabei, wie schwierigste Herausforderungen durch den Einsatz von professionellem Management zu meistern sind.

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  • ARGE Fahrbahn Transtec Gotthard

Mit 57 Kilometern Gesamtlänge und rund 115 Kilometern festem Fahrbahngleis in zwei Röhren wird der Gotthard-Basistunnel nach seiner Eröffnung im Jahr 2016 der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Auftrag der ARGE Fahrbahn Transtec Gotthard ist die Planung, der Einbau und die Inbetriebnahme der Bahntechnik im Tunnel. Mit dem Projekt, das die sogenannte schotterlose Fahrbahn installiert hat (der Laie würde sagen „die Schienen verlegt“) nimmt die ARGE am Deutschen Project Excellence Award teil und zeigt, wie ein großes Bauprojekt trotz strengstem Anforderungskatalog und Terminverkürzung auf den Punkt liefern kann. Die Umstände führten gleich mehrere konventionelle Bauverfahren an ihre Grenzen, so dass während des Projektes innovative Technologien entwickelt werden mussten, die inzwischen sogar patentiert sind.

 

  • BMW AG

Anderer Kontinent, neues Land, innovatives Baumanagement. Die BMW AG nimmt mit dem Neubau des BMW Werks in Brasilien teil. Nicht etwa am Strand der Copacabana sondern in Araquari fernab der Metropolen im tiefen Süden des Landes musste das Projekt allerlei Unwägbarkeiten meistern und hat neue Wege in der Durchführung von Bauprojekten beschritten. Kulturen wurden vereint, Hierarchien minimiert, Subunternehmen partnerschaftlich eingebunden und durch die Anwendung von Lean Construction wurde mit bestehenden Konventionen von Bauprojekten gebrochen und Restriktionen überwunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Weniger als ein Jahr Bauzeit und Unterschreitung des Kostenziels um mehrere Millionen Euro. Ein Leuchtturmprojekt innerhalb der BMW und sicher auch darüber hinaus.

 

  • Regierungspräsidium Stuttgart

Nein, öffentliche Verwaltungen stehen nicht in dem Ruf, mit Projekten und sogar Stakeholdern erfolgreich umzugehen. Umso mehr beeindruckt das Regierungspräsidium Stuttgart, das während eines mehrjährigen Projekts das Hochwasserrisikomanagement des Bundeslandes überarbeitet hat. Nicht weniger als ein Paradigmenwechsel ist die Grundlage dafür: moderne Schutzkonzepte betrachten große Zusammenhänge und die Resilienz gegenüber Hochwasserereignissen und nicht mehr bloß die Widerstandsfähigkeit von Einzelstrukturen. Solche Ansätze brauchen hochauflösende Hochwassergefahren- und Risikokarten, die flächendeckend Informationen über mögliche Überflutungen liefern. Eine komplexe Aufgabe angesichts der Menge der betroffenen Stakeholder in einem der größten deutschen Bundesländer. Die Assessoren haben in Stuttgart ein Vorgehen vorgefunden, das beispielhaft für eine Qualitätsverbesserung in öffentlichen Großprojekten durch den Einsatz professionellen Projektmanagements gelten kann.

 

  • TenneT TSO GmbH

Dieses Projekt hat in den letzten Monaten die Gemüter der Republik erregt und die Titelblätter der Zeitungen dominiert – noch lange vor dem ersten Spatenstich. SuedLink ist soweit das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende und soll die Versorgungssicherheit mit Strom sicherstellen, indem es die Erzeuger im Norden Deutschlands mit den Verbrauchern im Süden verbindet. Rund 600 Kilometer lang soll die Stromtrasse schließlich werden. Im regulatorischen Korsett der öffentlichen Planungsvorhaben einerseits und angesichts Sensibilität des Themas andererseits erkannte das Team von TenneT die Bedeutung eines professionellen Projekt- und Kommunikationsmanagements. Herausgekommen ist ein nachhaltiges Beteiligungsverfahren, das unter anderem mehrere hundert Gesprächsrunden mit Bürgerinitiativen, Politikern und Verbänden sowie 3.000 bearbeitete Stellungnahmen der Stakeholder umfasste. Damit setzt TenneT eine Benchmark für die Durchführung von öffentlichen Planungs- und Beteiligungsverfahren, von der zukünftige Infrastrukturprojekte lernen können.

Nachgewiesene Projektmanagementqualität

Alle Projekte haben in den letzten Monaten ein mehrstufiges Assessment- und Juryverfahren durchlaufen, währenddessen sie in einem Peer Review durch ein Team erfahrener Projektleiter begutachtet wurden. Die vier Finalisten weisen nicht nur ein hervorragendes Projektergebnis vor, sondern haben auch auf dem Weg dorthin Projektmanagement angewendet, das zukunftsweisend sein kann. Die Erkenntnisse der Assessoren wurden in einem umfangreichen Feedbackbericht individuell dokumentiert, der allen Teilnehmern des Deutschen Project Excellence Awards im Anschluss an das Assessment übergeben worden ist.

Von den Besten lernen

Sinn des Deutschen Project Excellence Award ist es nicht nur, Spitzenleistungen auszuzeichnen, sondern die Ansätze für exzellentes Projektmanagement der Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Prämierung des Deutschen Project Excellence Award 2015 findet am Abend des 27. Oktober im Rahmen des PM Forum 2015 in Nürnberg statt. Bereits am Nachmittag stellen die Projektleiter der Finalisten ihre Projekte vor und erlauben einen Blick in ihre Erfolgsrezepte. Das vollständige Programm finden Sie unter www.pm-forum.de.

Anmerkung: Die Finalisten sind in diesem Text in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

 

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