Der Koalitionsvertrag aus Sicht einer Projektmanagerin

Nun ist er endlich verabschiedet: der Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode der Großen Koalition, der den Titel trägt „Deutschlands Zukunft gestalten“.

Mit großer Neugier habe ich mir den Vertrag angesehen und muss feststellen: die Formulierungen sind schwammig, unpräzise und reine Willensbekundungen. Die häufigsten Wörter im Vertrag sind:  „Wir wollen..,“ „wir sind uns einig….“, „wir helfen dabei…“, „… wollen wir erreichen“, „… soll verbessert werden“ usw.

Kann man auf dieser Grundlage ein so großes Programm wie eine Bundesregierung führen? Selbst das kleinste Projekt würde in einem Unternehmen, wenn die Ziele so unpräzise formuliert wären, nicht genehmigt werden. Für das größte Projektprogramm, das es in unserem Land gibt, scheinen aber andere Gesetze zu gelten.

Ich kann jedenfalls auf dieser Basis keine messbaren Ziele ableiten,  sehe nur vereinzelt ein paar Termine, kann keine klaren Prioritäten erkennen und kann damit auch am Ende der vier Jahre nicht bewerten, ob die Ziele dieser Bundesregierung erreicht wurden. Ich finde aber, dass wir als BürgerInnen ein Recht auf transparente Ziele und in regelmäßigen Abständen ein Recht auf Bewertung der Regierung bezüglich Erreichung der gesteckten Ziele haben.

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Kommentare

  1. […] meiste ist schwammig formuliert, wie wir es aus der Politik ja fast schon gewohnt sind [Ergänzung: Meint auch eine Projektmanagerin]. Der SPIEGEL hat anhand eines Vergleich verschiedener Entwürfe sogar festgestellt, dass das […]

  2. […] an anderen Themen nichts Wirkungsvolles unternehmen wird. Im GPM Blog ist zum Koalitionsvertrag ein interessanter Kommentar zu […]

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