Das „Unsichtbare“ im Projekt sichtbar machen? - Mit systemischer Organisationsaufstellung zu mehr Erfolg in der Projektarbeit?

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Abbildung 1

Abbildung 1

Als ich in der vorletzten Woche den aktuellen Newsletter mit den Literaturempfehlungen für die Deutsche Projektwirtschaft bekam, wurde als aktuelle Neuerscheinung im Bereich des Projektmanagements auf die Publikation von Christa Kolodej zu „Strukturaufstellungen für Konlikte, Mobbing und Mediation“ (siehe Abbildung 1) hingewiesen.

 

Abbildung 2

Abbildung 2

Das erinnerte mich an einen Vortrag des im Preis: Deutscher Project Excellence Award (siehe Abbildung 2) prämierten Projektteams um Markus Moser vom Regierungpräsidium in Stuttgart (siehe Abbildung 3)  auf dem letzten PM-Forum.

Abbildung 3

Abbildung 3

 

Abbildung 4

Abbildung 4

Ich war sehr erstaunt, dass dieses exzellente Projektteam für die eigene Projektarbeit die Systemische Organisationsaufstellung als erfolgreiche Möglichkeit der Analyse und des Systemdesigns von sozialen Systemen (siehe Abbildung 4) genutzt hat und das auch noch so selbstbewusst und offen kommuniziert.

Denn Projektmanager und Ingenieure tun sich im allgemeinen etwas schwer, Dinge, die sie nicht sehen, messen, wiegen und zählen können, wie eben das multidimensionale Beziehungsgeflecht eines sozialen Systems, anzuerkennen und auch noch daran zu arbeiten.

Abbildung 5

Abbildung 5

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Abbildung 6

Mit systemischer Aufstellung ist es möglich, das sonst „unsichtbare“ soziale System, die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen den Stakeholdern im Projekt zu Teilen sichtbar, verstehbar und veränderbar zu machen. Soziografische Aufstellungen zur Visualisierung der Wirkungszusammenhänge sind mit „statischen“ Aufstellungsfiguren (siehe Abbildung 5) möglich.

Dass exzellente Projektteams systemische Aufstellung zur Stakeholderanalyse und zum Stakeholdermanagement nutzen, ist nichts Neues. Bereits das in 2010 im Preis Deutscher Project Excellence Award (siehe Abbildung 6) prämierte Projektteam um Ralph Jakobs und Wolfgang Frank hatte diese Methode in der Projektarbeit (siehe Abbildung 7) eingesetzt.

Abbildung 7

Abbildung 7

Auch im überarbeiteten Model for Project Excellence (GPM) ® (siehe Abbildung 8) gibt es viele Bereiche, in denen systemische Organisationsaufstellungen ein Projektteam unterstützen können, noch erfolgreicher zu werden.

Abbildung 8

Abbildung 8

Betrachtet man jedoch die Details der jeweiligen Kriterien der „weichen Faktoren“ (siehe Abbildung 9), so kann man erkennen, dass in vielen Teilbereichen exzellenter Projektarbeit das soziale System mit allen Wirkungszusammenhängen von entscheidender Bedeutung ist. Wenn es einem Projektteam dann gelingt, dieses Stakeholdersystem erfolgreicher zu erkennen und zu managen, dann ist die Wahrscheinlichket hoch, dass das Projekt erfolgreich sein wird.

Abbildung 9

Abbildung 9

Besonders erkenntnisreich sind systemischen Organisationsaufstellungen, wenn Menschen die Positionen der Stakeholder oder Stakeholdergruppen einnehmen (siehe Abbildung 10). Hier ein Beispiel einer Gruppenübung zur systemischen Organisationsaufstellung von der D-A-CH Forschungswerkstatt der GPM 2014 in Berlin. Dann ist es möglich, dass die Menschen als Referenzpersonen ihre Empfindungen und Wahrnehmungen an den jeweiligen Systempositionen äußern und somit das „systemische Feld“ spricht, fühlt und sich gegenüber den Betrachtern äußern kann.

Abbildung 10

Abbildung 10

Weiterhin  sind auch Positionswechsel möglich und das System kann den Betrachtern oder „Systemdesignern“ dann sofort mitteilen, was für Reaktionen und Wechselwirkungen im System durch die Veränderung stattfinden und ob das neue „Systemdesign“ geeigneter für den weiteren Projektverlauf ist.

Betrachtet man jetzt die Kriterien und Ansatzpunkte für exzellente Projektarbeit aus der aktuellen
IPMA Project Excellence Baseline® (siehe Abbildung 11), so gibt es im Bereich der Stakeholderanalyse und des Stakeholdermanage-ments viele Bereiche der Projektarbeit, wo die systemische Organisationsaufstellung wertvolle Erkenntnisse, Unterstützung und Handlungsoptionen eröffnen kann, um in der Projektarbeit tendenziell noch erfolgreicher zu werden.

Abbildung 11

Abbildung 11

Möglicherweise sind die hier angeführten Beispiele prämierter exzellenter Projektarbeit ein Anregungsimpuls für Sie, die systemische Organisationsaufstellung auch einmal in Ihrer Projektarbeit oder im Selbstmanagement in der Selbstarbeit einzusetzen. Wenn Sie bei Ihrer ersten oder zweiten systemischen Organisations-aufstellung das Gefühl haben, noch professionelle Unterstützung zu benötigen, so können Sie bei der Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) einen anerkannten professionellen Systemaufsteller (siehe Abbildung 12) finden.

Abbildung 12

Abbildung 12

Ich wünsche Ihnen dafür den notwendigen Mut, etwas vielleicht Neues und bisher Unbekanntes für Ihre Projektarbeit auszuprobieren und Ihnen dann weiterhin viel Erfolg in Ihren Projekten.
Literaturquellen:

Strukturaufstellungen für Konflikte, Mobbing und Mediation: Vom sichtbaren Unsichtbaren
Kolodej, C.: Springer Gabler Verlag, Wiesbaden, 2016

Das unsichtbare Netz: Erfolg im Beruf durch systemisches Wissen. Aufstellungsgeschichte
Daimler, R.; Sparrer, I.: Kösel-Verlag Verlag, Kempten, 2003

Systeme in Szene gesetzt: Organisations- und Strukturaufstellungen als Managementinstrument und Simulationsverfahren
Rosner, S.: Springer Gabler Verlag, Wiesbaden, 2014

Management Constellations: Mit Systemaufstellungen Komplexität managen
Rosselet, C.; Senoner, G.:  Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2009

Systemische Strukturaufstellungen: Theorie und Praxis
Sparrer, I.: Carl-Auer Verlag GmbH, Heidelberg, 2009

Invisible Dynamics: Systemic Constellations in Organisations and in Business (Englisch)
Horn, K.; Brick, R.: Carl-Auer Verlag GmbH, Heidelberg, 2009

Rethink! Project Stakeholder Management (Englisch)
Huemann, M.; Eskerod, P.; Ringhofer, C.: Carl-Auer Verlag GmbH, Heidelberg, 2009

Model for Project Excellence (GPM)® – 2.0
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM); Nürnberg, 2015

IPMA Global Standard, IPMA Project Excellence Baseline®
International Project Management Association (IPMA), Zürich, 2016

Prämierte Projekte im Preis: Deutscher Project Excellence Award® – 2010
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM); Nürnberg, 2010

Prämierte Projekte im Preis: Deutscher Project Excellence Award® – 2015
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM); Nürnberg, 2015

Kompetenznetzwerk zur systemischen Organisationsaufstellung:
Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS)

Kommentare

  1. Lieber Herr Hübner,

    vielen Dank, das liest sich spannend.

    Sie erlauben mit hoffentlich eine ergänzende Info: Wer Lust auf eine weitere innovative und erfolgreich eingesetzte Methode hat, findet diese
    – mit Video unter http://www.eigenland.de
    – mit Stand bei dem PM Forum bei der Eigenland GmbH oder zum Beispiel am Stand von next level consulting, die Eigenland u.a. im Projektmanagement / Change Management bei Konzernen und im Mittelstand sehr erfolgreich einsetzen.

    Das Besondere:
    Beschleunigung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen und Steigerung der Projektqualität durch einen interaktiven, intuitiven und spielerisch strukturierten Prozess. Eine Kombination aus multisensorischen, digitalen und menschlichen Komponenten.

    Ein Erfahrungsaustausch und Vergleich ist jederzeit erwünscht.

    Viel Freude
    Jan Oßenbrink
    Eigenland GmbH

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