Come and play! PM Planspiele

„Büffeln“ war gestern, mit Planspielen lassen sich Kompetenzen im Projektmanagement mit viel Spaß vermitteln und trainieren. Neugierig? Schauen Sie auf dem PM Forum 2018 am 23.10.2018 beim Planspiele-Track vorbei. Erfahren Sie, wie sich Planspiele für die Aus- und Weiterbildung im Projektmanagement, aber auch in der Begleitung von Projekten sinnvoll einsetzen lassen.

Grafik1Sach- und Fachwissen, also ein solides Wissensfundament, wird auch im Zeitalter von Big-Data, Google & Co. unabdingbar für den Erfolg von strategischen und operativen Entscheidungen sein. Planspiele und Simulationen werden heute verstärkt eingesetzt, da handlungsorientierte Kompetenzen an Bedeutung gewinnen. „Theoretisch weiß ich ja was ich tun sollte, aber das dann auch hinzubekommen…“ oder „…mir war gar nicht klar, was das jetzt ausgelöst hat…“. Kommen Ihnen solche Äußerungen bekannt vor?

Mit Planspielen lassen sich Prozesse, die in der realen Welt Monate dauern, in wenigen Stunden erleben. Die Teilnehmer können durch „action learning“ oder „learning by doing“ auf ihr Vorwissen aufbauen und während des Spiels neue Erfahrungen sammeln. Sie erhalten unmittelbar Feedback auf ihre Entscheidungen und Handlung und können über den Reflexionsprozess ihre Kompetenzen sichern oder auf ein höheres Niveau anheben. Klingt zu schön um wahr zu sein?

Durch das deutsche Bildungssystem steckt in uns allen der innere Glaubenssatz: Lernen muss weh tun – stimmt aber nicht! Am besten lernen wir mit Freude, kaum ein Erwachsener lernt so schnell und wissbegierig, wie wir dies als Kinder im Spiel taten. Lernen ist dann besonders effektiv, wenn es an persönliche Erfahrungen geknüpft wird, das belegte John Derwey schon vor 100 Jahren. Wieso also nicht den Ernstfall „Spielen“?

Gamification, Serious Games & Co

Vielleicht sind Ihnen schon ein paar Begriffe begegnet: Simulationsspielen (kurz: Simulationen), Gamifications und Serious Games. Die Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz e. V. (SAGSAGA) beschreibt „Planspiele“ als Sammelbegriff einer großen Anzahl von unterschiedlichen spielerischen Verfahren. Für eine ausführlichere Differenzierung sei auf das Zentrum für Managementsimulationen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart verwiesen. Hier in aller Kürze:

  • Die aus dem Englischen stammenden Begriffe „Gamification“ und „Serious Games“ bezeichnen sehr allgemein den Einsatz von spieltypischen Elementen in einem spielfremden Kontext. Die Differenzierung zwischen den beiden Begriffen ist graduell, indem „Serious Games“ vollständig auf spielerischen Elementen aufbauende Lerninstrumente verkörpert, während „Gamification“ meist nur bei der Anwendung von einigen spielerischen Elementen im Gesamtkontext steht.
  • Bei einer Simulation sind die Prozesse und auch „richtigen“ Ergebnisse durch die Spielgestaltung fest vorgegeben. Die Teilnehmer spielen die Prozesse nach und lernen damit die Auswirkungen der einzelnen Schritte kennen. Sie eignen sich daher hervorragend zur Einübung von Fachwissen, z.B. der Bilanzierungsrechnung.
  • Planspiele hingegen lassen den Teilnehmern Entscheidungsfreiheiten, die – bei meist klar definierten Prozessabhängigkeiten (Netzplan!) – die Richtung der Handlungsstränge, aber auch das Endergebnis entscheidend beeinflussen. Dabei kann wiederum zwischen geschlossenen und offenen Planspielen unterschieden werden. Bei geschlossenen Planspielen müssen die Teilnehmer eine vorgegebene Situation möglichst erfolgreich bestehen. Es gibt dafür strikte Regeln, die zu beachten sind. Bei offenen Planspielen ist der Handlungsspielraum der Teilnehmer für ihre Entscheidungen nicht klar vorgegeben. Das Spielziel entwickelt sich erst im Verlaufe des Planspiels. Diese Spiele eigenen sich daher insbesondere für die Vermittlung von Managementkompetenzen und zur Schulung des Denkens in Wirkungsnetzen und dem Erfahren von starken interfunktionalen Abhängigkeiten.

Planspiele in Aus- und Weiterbildung oder als Projektbegleitung

Grafik2Projektmanagement ist gerade durch Neuartigkeit, Unsicherheiten und Wechselwirkungen der Einzelentscheidungen gekennzeichnet. Somit bietet sich das Format der (offenen) Planspiele gerade in diesem Kontext sehr gut an, um das Zusammenspiel von Fachwissen, Erfahrung und situativer Entscheidungsfähigkeit zu lernen und einzuüben.

In der industriellen Weiterbildung im Projektmanagement bieten sich Planspiele auch deshalb an, da sie in einem sehr kurzen Zeitraum verschiedene Aspekte und Methodiken anschaulich darstellen und die rasche Anwendung des Erlernten fokussieren.

Geeignete Planspiele können darüber hinaus auch sehr hilfreich in der Begleitung von Projekten sein, da in ihnen Situationen durchgespielt werden können, die in einem Realprojekt auftreten (bzw. aufgetreten sind), ohne durch „Fehlentscheidungen“ hohe Kosten zu verursachen oder gar das Realprojekt zu gefährden.

Überzeugt, dass Sie sich mit Planspielen beschäftigen sollten? Dann stellt sich die Frage: Welches Format bitteschön?

Planspiele werden in zwei Kategorien eingeteilt: Haptische und Digitale Planspiele. Aber es gibt auch Mischformen, bei denen haptische Spiele durch digitale Komponenten wie Visualisierungen, oder Rechenalgorithmen ergänzt werden. Beide Kategorien haben ihre Vor- aber auch Nachteile.

  • Haptische Planspiele schaffen meist ein schnelleres Eintauchen in das Spiel und punkten durch direktere Interaktion der Teilnehmer, was die emotionale Seite des Spiels, die bei dieser Art des Lernens gewünscht ist, fördert. Nachteilig bei Brettspielen kann die Beschränkung auf den Spieltisch sein und auch die Notwendigkeit – aufgrund der beschränkten Darstellungsmöglichkeiten – die Komplexität des Spiels in Grenzen zu halten.
  • Hingegen können in digitalen Spielen komplexere Themen leichter behandelt und dargestellt werden. Darüber hinaus können Berechnungen und Visualisierungen zur Unterstützung der Lernziele verwendet werden und auch in der heutigen Geschäftswelt gängige (digitale) Medien ins Spielgeschehen integriert werden (z.B. E-Mails, Videokonferenzen, …). Allerdings ist das Eintauchen ins Spiel (Erfahrung) oft weniger intensiv und weniger teamorientiert. Daneben besteht auch die Gefahr, durch zu viele Elemente das Spielgeschehen zu überladen und die Kernbotschaften des Spiels so aus dem Auge zu verlieren. Neben diesen fachlichen und didaktischen Aspekten gilt es bei der Auswahl auch den zeitlichen Aspekt und die Vorlieben der Teilnehmer zu beachten.

Haptische Planspiele werden oft in ½ – 1-tägigen Seminaren verwendet, während digitale Planspiele aufgrund ihrer in der Regel höheren Komplexität und Einarbeitungszeit häufig über längere Perioden (Vorlesungs- und Schulungsbegleitend) eingesetzt werden. Für das klassische Projektmanagement werden sie oft in Perioden gespielt, nach denen jeweils ein Meilenstein mit einem Zwischenreview stattfindet.

Mit der zunehmenden Bedeutung von agilem und hybridem Projektmanagement sollte auch die Zahl der Planspiele zunehmen, die diese Projektmethodik unterstützen. Allerdings gibt es bisher noch relativ wenige Planspiele, die darauf ausgerichtet sind. Spielerische Elemente (siehe „Gamification“ oben) zu agilen Methoden finden aber bereits größeren Einsatz.

Welche Planspiele sind am Markt verfügbar?

Eine Übersicht von verschiedenen Planspiele zum Projektmanagement bietet die von den Autoren betriebene, unabhängige Website www.pm-planspiele.de. Die Liste wird ständig erweitert und upgedated. Planspielhersteller sind herzlich eingeladen, ihre Spiele listen zu lassen. Ebenso laden wir Nutzer von Planspielen ein, uns über weitere Spiele zu informieren, die wir bisher nicht „auf dem Radar“ hatten.

Grafik3Come and play! PM Planspiele. Wir freuen uns auf Sie beim Track zu PM-Planspielen im PM Forum 2018.

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