Alles ge-Cloud? - Trend zu Mietsoftware mit Cloud-Anbindung erreicht Projektmanagement

Quelle: http://pixabay.com/de/wolken-himmel-wei%C3%9F-blau-sommer-19152/

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Falls Sie sich schon etwas länger mit IT befassen – und das bedeutet heutzutage ja: seit mehr als einem Jahr – dann haben Sie bestimmt auch diese Deja-Vu-Erlebnisse. Nachdem vor Jahrzehnten der Zentralrechner verdammt wurde, ist heute die Cloud der Trend schlechthin.

Mittlerweile gibt es auch immer mehr Cloud-Produkte für das Projektmanagement. Die Diskussion um Datensicherheit scheint für immer mehr Anwender hinreichend geklärt zu sein. Das Thema “Datenklau” ist für sie keines mehr. Doch die Diskussion um Datenklau verdeckt den anderen Cloud-Klau: den Lizenzklau!

Erinnern Sie sich noch an früher? Sie kauften eine Software und benutzten sie (Juristen mögen mir diese ignorant-drastische Vereinfachung verzeihen). Wenn Ihr Notebook dann ausgemustert wurde, war das Einrichten des neuen Geräts eine gute Gelegenheit, nach neuen Versionen zu schauen. Gab es tolle neue Funktionen, griff man zu. Man kann erahnen, welchen Kreativitätsdruck manche Hersteller da empfunden haben müssen.

Jüngst kommt die neue Version einer Mindmapping-Software auf den Markt. Sie läuft auf dem PC, bietet aber auch einen ergänzenden Online-Dienst (pardon: eine Cloud). Und deswegen können Sie die auch nicht mehr kaufen – nur mieten. Cloudmäßig, quasi. So zahlen Sie pro Jahr ungefähr die Hälfte davon, was die Software früher beim Kauf gekostet hat. Das ist gerade noch wirtschaftlich, wenn Sie sonst alle zwei Jahre jedes Update mitgenommen haben. Ich nutze – im Vertrauen – noch immer gerne die sechs Jahre alte Version, weil die neueren Versionen auf meinen Rechnern unendlich langsam starteten und ich keine für mich wirklich essentiellen Neuerungen fand. Die vor fünf Jahren erstellten Dateien kann ich noch immer öffnen und bearbeiten.

Mit der neuen Mietversion mit Cloud-Anbindung ist das anders. Verlängere ich den Vertrag eines Tages nicht, müsste ich mir nicht nur eine alternative Mindmapping-Software suchen. Ich käme auch an die alten Mindmaps nicht mehr heran. Auch die Chance, selbst zu entscheiden, welches Update sich lohnt und auch mal eine alte Version zu behalten, gäbe es nicht. Der Vorteil dieser Kundenabhängigkeit für den Anbieter liegt auf der Hand, sonst gäbe es diese Angebote ja nicht. Aber als Anwender bekommt man nun für das gleiche Geld plötzlich eine begrenzte Nutzungsdauer.

Das alles muss nicht per se schlecht sein. Bei reinen Cloud-Lösungen, vor allem bei Unternehmenssoftware – etwa einer Multi-Projektmanagement-Lösung – steigt man ohnehin nicht kurzfristig auf ein anderes Produkt um. Wenn dieses Modell jetzt aber auch bei Arbeitsplatzsoftware der Trend wird, sollte man sich beim Einstieg fragen, wie ein Ausstieg aussehen würde.


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Kommentare

  1. [...] An dieser Stelle möchten wir auf den Beitrag von Dr. Mey Mark Meyer im GPM-Blog zum Thema Cloud-Computing verweisen. „Alles ge-Cloud? – Trend zu Mietsoftware mit Cloud-Anbindung erreicht Projektmanagement&… [...]

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