Vom Nutzen regelmäßigen Austauschs unter Projektmanagern

Immer wieder fragt PM-ZERT, die Zertifizierungsstelle der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement, ihre Kunden, nach ihrem Interesse an einem Erfahrungsaustausch nach Abschluss ihrer Ausbildung und der absolvierten Prüfung nach dem IPMA 4-Level-Certification-System. Die Mehrheit der Angesprochenen ist interessiert (83 %). Viele ergänzen ihre Antwort mit dem Hinweis, dass z. B. die Organisation, bei welcher sie ihren Lehrgang absolviert haben, solche Treffen schon organisiert. Anderen genügen die Treffen ihrer GPM Regionalgruppe für den Austausch mit anderen Projektmanagern. Sehr viele schreiben aber auch, dass ihnen die Zeit fehlt, einen regelmäßigen Austausch zu pflegen.

Regelmäßiger Austausch ist jedoch wichtig – nicht nur, um für eine Rezertifizierung gewappnet zu sein. Meiner Meinung nach erhält man nur dadurch den nötigen Blick über den Tellerrand und damit Inspirationen, das eigene Projektmanagement weiter zu optimieren. Vielleicht stehen Sie in Ihrem Unternehmen vor einer großen Herausforderung, die bereits ein anderer Projektmanager so oder ähnlich in seiner Organisation lösen musste. Die Tipps und Tricks, die er Ihnen z. B. beim regionalen Projektmanagement-Stammtisch in ungezwungener Runde mit auf den Weg geben kann, erfahren Sie nur dort, nicht in den eigenen vier Wänden oder in allgemeiner Projektmanagement-Literatur.

Da bei o. g. Befragung immer wieder vorgeschlagen wird, virtuelle Treffen (z. B. über Xing) zu veranstalten, um den Zeitaufwand geringer zu halten, frage ich mich, ob diese die „physischen Treffen“ ernsthaft ersetzen könnten.

Wie sehen Sie das?
Bevorzugen Sie „physische Treffen“ oder doch eher virtuelle? Welche Organisationsform ist die passende? Sollten dort Inhalte bereit gestellt werden und wenn ja, welche oder sorgen die Teilnehmer selbst dafür?

Sollten sich hier im GPM BLOG viele für virtuelle Treffen aussprechen und auch erste Ideen zusammenkommen, könnte ich mir vorstellen, dass PM-ZERT und GPM sich Gedanken über diese Alternative machen. Ich bin gespannt …


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Kommentare

  1. avatar Daniel Krones

    Hallo Herr Eschwei,

    spannende Frage. Wir tüfteln in unserer Firma selbst gerade viel an dieser Herausforderung herum. Bei aller Virtualität, die viele Unternehmen mittlerweile angenommen haben, bedarf es aus meiner Sicht jedoch regelmäßiger physischer Treffen – aus meiner Sicht aus zwei Gründen:
    1. Themen können leichter in einem Präsenztreffen besprochen werden
    2. Präsenztreffen machen ein Thema, eine Gruppe oder Organisation erleb- bzw. greifbar.

    Gerade beim letzten Punkt habe ich immer wieder festgestellt, dass Menschen in der Virtualität unserer (wirtschaftlichen) Gesellschaft nach Orientierung und Sinn in ihren Aufgaben suchen. Und dieser wird u.a. durch den 2. Punkte erreicht.

    Unabhängig davon hat das Präsenztreffen einen schönen Nebeneffekt der Filterung: Leuten, denen der Austausch wichtig ist, kommen auch immer gerne zu Präsenztreffen. Für mich zählt hier, wie auch in Projekten das Motto „Es gibt nicht „Ich habe keine Zeit“, sondern „Etwas hat für mich Priorität oder nicht““.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Vorhaben!

    Herzliche Grüße

    Daniel Krones
    (www.kraus-und-partner.de/projektmanagement)

    1. avatar Walter Eschwei

      Danke, lieber Herr Krones, für Ihre Einschätzung und Hinweise.
      Ich stimme Ihnen zu, „keine Zeit für etwas zu haben“ ist ein Synonym für „eine geringere Priorität für etwas zu setzen“.
      Die Anregungen, die Sie zum Thema Präsenztreffen gegeben haben, nehme ich gerne auf.
      Danke nochmals,
      Walter Eschwei

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