Auseinandersetzen mit Mustern

Nachlese zum 5. Treffen der Fachgruppe „Systemisches Projektmanagement und Changemanagement“ im Juli 2016

von Simone Gehr

Ein großer Teil des menschlichen Lebens ist in Mustern organisiert. Wir haben organische, psychische, kognitive und ganz individuelle Persönlichkeitsmuster. Muster entstehen dadurch, dass sich etwas immer wieder gleich wiederholt. Für unseren Alltag fungieren sie wie ein Automatikprogramm und helfen, uns effizient und (meist) konfliktarm in unserer Umwelt zurecht zu finden. Aus unseren Lernerfahrungen seit der frühesten Kindheit entwickeln wir Denkmuster (mentale Modelle) darüber, wie wir die Welt sehen und wie wir sie bewerten. Schließlich agieren wir nach bestimmten Mustern im sozialen Miteinander mit Anderen und lassen unsere Erfahrungen darüber wieder in unsere Weltsicht einfließen.

FG Treffen LudwigshafenAus der systemischen Sichtweise sind Muster und ihre Entstehung bzw. Veränderung ein interessantes Phänomen. Wenn im Miteinander von Menschen und/oder Gruppen innerhalb eines Systems alles reibungslos läuft, fallen die zugrundeliegenden Denk- und Verhaltensweisen nicht auf. Liegt jedoch eine Störung, ein Konflikt vor, der nicht von alleine vergeht oder sogar zu einer weiteren Verschlimmerung der Situation führt, so sind es genau diese zugrundeliegenden Muster der beteiligten Personen bzw. Organisationen, die es sich anzuschauen gilt. Gerade das Projektmanagement bietet viele Gelegenheiten für verschiedenste Arten von Konflikten. Werden diese nicht angegangen kann dies ein Projekt sogar zum Scheitern bringen. Für einen Projektleiter oder ein PMO ist es daher wichtig, Muster erkennen, beschreiben und bearbeiten zu können.

Um sich genau dieser Thematik zu widmen, kamen die Mitglieder der Fachgruppe Systemisches Projektmanagement und Changemanagement am 8. Juli in Ludwigshafen zusammen.

Nach dem Motto „Muster: erkennen – sichtbar machen – unterbrechen“ boten Sonja Rechthaler und Simone Gehr mit Impulsvorträgen den fachlichen Input. Dabei ging es um die blinden Flecken der Mustererkennung und die Frage – wie kann ich Muster aufdecken, wenn ich selbst mit drin stecke? Hilfreiche Modelle zur Musterdarstellung wie den Teufelskreis von Friedemann Schulz von Thun, die Abstraktionsleiter des Schlussfolgerns von Chris Agyris und Mentale Modelle von Peter Senge wurden zur Verfügung gestellt. Frau Rechthaler stellte mit der Theory U von Otto Scharmer eine besondere Möglichkeit vor, um Muster in Veränderungsprozessen nachhaltig beeinflussen zu können. Die TeilnehmerInnen führten eine lebhafte Diskussion über die Modelle und ihre Anwendung in der Praxis. Interaktive Workshopteile sorgten zudem dafür, dass die Mitglieder einen Transfer zu den ihnen bekannten Teufelskreisen im Alltag herstellen konnten.

Den Nachmittag gestalteten Mitglieder der Arbeitsgruppe „Studie“, die den TeilnehmerInnen ihren bisherigen Stand vorstellten, um sich ein ausführliches Feedback für ihre weitere Arbeit abzuholen.

Alles in Allem war dieser Tag wieder für alle TeilnehmerInnen lehrreich und gelungen. Neben dem Input, den Diskussionen und der Möglichkeit, die Methode Fishbowl live zu erleben gab genügend Platz für Kennenlernen, Austausch und Netzwerken.

Die Fachgruppe bedankt sich sehr herzlich bei der Firma Project Solutions in Ludwigshafen für die kostenlose Bereitstellung ihrer perfekt ausgestatteten Räumlichkeiten und die herzliche Betreuung.

Das nächste Fachgruppentreffen wird im Oktober/November 2016 stattfinden. Voranmeldung für Interessenten unter systpm@gpm-ipma.de.

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