Amin Saidoun – der neue IPMA Executive Director im Interview

Amin Saidoun, IPMA Executive Director

Amin Saidoun, IPMA Executive Director

Amin Saidoun ist seit April 2012 Executive Director der IPMA International Project Management Association. Über ein Jahr lang dauerte der Auswahlprozess für diese wichtige Stelle innerhalb der IPMA. Auf dem PM Forum 2012 wird Amin Saidoun sich und seine Arbeit im Rahmen des GPM activespace am 23. Oktober von 15.00-15.30 Uhr im Raum Oslo auf Ebene 2 vorstellen. Der Titel seines Vortrags: „We are IPMA – Einblicke in die Welt der internationalen Projektmanagement-Gesellschaft“.

Für den GPM BLOG habe kürzlich mit Amin Saidoun ein Interview geführt:


Reinhard Wagner (RW): Bitte stellen Sie sich kurz vor, so dass sich unsere Leser einen besseren Eindruck zu Person, Qualifikation, Werdegang und beruflichen Erfahrungen machen können

Amin Saidoun (AS): Ich bin Deutsch-Algerier, habe in Frankreich, Deutschland und England Wirtschaftswissenschaften studiert. Anschliessend lernte ich sieben Jahre bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Warth&Klein/Thornton in Düsseldorf die Unternehmens- und Prüfungswelt mit Schwerpunkten in Deutschland und in Mittel- und Osteuropa kennen. Daraufhin arbeitete ich sieben Jahre im Konzern Deutsche Post/DHL mit Sitz in Bonn, sowohl in der Inhouse-Beratung als auch in der Begleitung der Konzerninternationaliserung und als Vertreter der Konzerninteressen in einer internationalen Organisation in Bern. Danach leitete ich fünf Jahre die Administration einer internationalen Neutronenforschungseinrichtung (Institut Max von Laue-Langevin) in Grenoble. Seit April 2012 arbeite ich als Executive Director für die IPMA mit Sitz in Zürich.


RW: Was hat Sie an der Position des Executive Directors der IPMA gereizt?

AS: Nach ca. 20 Jahren Berufserfahrung verstehe ich mich als Generalist, der sich im Grenzbereich zwischen der Unternehmenswelt und dem Verbandsleben zu Hause fühlt. Dort befindet sich IPMA heute. Die Verantwortlichkeiten des Executive Directors sind facettenreich mit einem gesunden Mix aus strategischen und operativen Aufgaben, eine logische Weiterführung meines bisherigen Werdegangs, wo ich gelernt habe mit Zahlen, Strukturen und Menschen umzugehen. Angezogen haben mich an der Position die Projektmanagement-Kultur und die intellektuelle Herausforderung, die sie mit sich bringt. Die internationale Ausrichtung der Verantwortlichkeiten der Position waren letzlich bei meiner Wahl ausschlaggebend.


RW: Was haben Sie in den ersten 100 Tagen bei der IPMA gemacht?

AS: In dieser Zeit habe ich die IPMA Welt kennengelernt durch den aktiven Austausch von Informationen mit IPMA Mitgliedern, ehrenamtlichen Mitarbeitern, und IPMA Dienstleistern, vornehmlich in Europa. In diesem Zeitraum entlastete ich die Verbandsführung in folgenden Bereichen: Fine-tuning der Verbandsstrategie, Administration und Finanzen, Mitgliederentwicklung, Management der externen Verbandsdienstleister und last but not least die Verbands-Governance. Das Setzen von Prioritäten aufgrund der Arbeitsmenge spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Erwartungen an die Position hoch sind. Unterstützt werde ich durch das IPMA Sekretariat und Accounting in den Niederlanden.


RW: Wie wollen Sie die IPMA in den nächsten Jahren weiterentwickeln, was haben Sie sich konkret vorgenommen?

AS: Ich möchte dazu beitragen, dass IPMA verstärkt zu einer Plattform für Wissens- und Erfahrungsaustausch wächst. Somit können den Mitgliedern neue Produkte angeboten werden und der Community-Gedanke beibehalten werden. Die aktive Rolle der Dachorganisation ist somit gefragt. Konkret gibt es neben den klassischen Kommunikationsforen (z. B. LinkedIn-Gruppe für IPMA Mitglieder) webbasierte Projektmanagement- und Intranet-Tools, die sowohl der Unterstützung von Verbandsmitgliedern für ihre eigene Entwicklung dienen können als auch das Angebot neuer IPMA Produkte und Dienstleistungen erweitern können. Dies setzt voraus, dass die Dachorganisation für die Einhaltung von Prinzipien sorgt und die kulturellen/lokalen Unterschiede in den einzelnen Ländern respektiert. Diese kulturellen Unterschiede sind eine Stärke von IPMA, die sie von anderen Zertifizierungssystemen unterscheidet und besonders zur Entwicklung des Berufsbildes des Projektmanagers beitragen.
Weitere konkrete Vorhaben sind eine Verschärfung der Verbandsstrategie, die Sicherung eines gesunden Kosten-/Ertragsgleichgewichts für ein nachhaltiges IPMAWachstum, die Optimierung der internen Abläufe und die Unterstützung bei der IPMA Entwicklung in den Ländern, wo der Verband noch nicht vertreten ist.


RW: Welche Erwartungen haben Sie an die GPM als deutsche Mitgliedsgesellschaft der IPMA?

AS: Die GPM ist das zweitgrößte Verbandsmitglied der IPMA und hat ein enormes Ansehen in Deutschland und in der IPMA Gemeinschaft. Die GPM hat eine Vorbildfunktion zum Beispiel in der internen Organisation und Administration. IPMA kann viel von GPM in den Bereichen Marketing (Kongressveranstaltung (z. B. PM Forum), Sponsoring, etc.) und Standards (ISO, Competence Baseline) lernen. Ich erwarte, dass die GPM hier eine Unterstützung im Bereich Wissensaustausch leistet und bei der Umsetzung der Verbandsziele in den kommenden Jahren effektiv mithelfen kann.


RW: Welche Vorteile hat eigentlich ein Persönliches Mitglied der GPM von der IPMA?

AS: In einem internationalen Dachverband sind Entscheidungsorgane und Mitglieder international vertreten. Ein Persönliches Mitglied der GPM wird somit automatisch Mitglied einer Gemeinschaft, die weit über die nationalen Grenzen in über 55 Ländern gut vernetzt ist. Das Mitglied kann mit einer wertvollen Unterstützung in vielen Bereichen rechnen. So zum Beispiel kann es neben den Innovationstrends im PM auch von der Entwicklung neuer Produkte profitieren, ohne dabei selbst das Rad neu erfinden zu müssen. Diese Produkte kann das Persönliche Mitglied unter Umständen in seinem unmittelbaren Arbeitsumfeld anwenden und verbreiten und dadurch Bekanntheit und Ansehen gewinnen sowie nachhaltiges Wachstum im Projektmanagement erzeugen.


RW: Was wollen Sie an dieser Stelle noch loswerden?

AS: Auch wenn die IPMA in Zukunft weiter wachsen wird und bestimmte Prozesse und Abläufe formeller werden, ist es wichtig, dass der IPMA Gemeinschaftsgeist beibehalten wird. Zum einen hilft er, dass jedes Verbandsmitglied nachhaltig in seinem Umfeld wachsen kann. Zum anderen sorgt er dafür, dass die Arbeit, so wie ich sie empfinde, richtig Spaß macht und dass das menschliche Umfeld faszinierend bleibt! Ich danke der GPM, dass ich am PM Forum 2012 teilnehmen darf und noch etwas: We are IPMA!


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